Die türkischen Exporteure von frischem Obst und Gemüse haben im ersten Halbjahr 2026 erstmals die Marke von zwei Milliarden US-Dollar durchbrochen. Wie die Tageszeitung Milliyet unter Berufung auf Branchenzahlen berichtet, erwirtschaftete der Sektor in den Monaten Januar bis Juni Einnahmen von 2,35 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Sprung von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Rekord nicht durch eine höhere Menge, sondern durch eine massive Wertsteigerung erzielt wurde. So ging die Ausfuhrmenge um 100.000 Tonnen auf 1,72 Millionen Tonnen zurück, während die Erlöse um fast 700 Millionen Dollar stiegen. Die exportierte Ware wurde demnach im Schnitt rund 40 Prozent teurer verkauft als noch im Vorjahr.
„Wir haben ein Plus von 39 Prozent erzielt und fast 663 Millionen Dollar an zusätzlichen Exporterlösen generiert”, sagte Hayrettin Uçak, der Vorsitzende des Branchenverbands der türkischen Obst- und Gemüseexporteure. Als Gründe nannte er die starke Auslandsnachfrage, hohe Erträge bei vielen Produkten und das etablierte Handelsnetzwerk der türkischen Anbieter. Für das Gesamtjahr 2026 peilt die Branche einen Gesamtexport von über vier Milliarden Dollar an.
Kräftiger Rückenwind kam vor allem von den Zitrusfrüchten. Die Sparte setzte mit 911 Millionen Dollar mehr als ein Drittel des gesamten Branchenerlöses um – ein Anstieg um 76 Prozent. Frisches Obst verbuchte ein Plus von 38 Prozent auf 758 Millionen Dollar, während der Export von Frischgemüse um zehn Prozent auf 668 Millionen Dollar zulegte.
Einen deutlichen Erholungseffekt verzeichneten die Ausfuhren von Kirschen. Nachdem die Produktion in der Vorsaison durch schwere Fröste nahezu zum Erliegen gekommen war, entwickelte sich die Steinfrucht zu einem der herausragenden Exportgüter. Parallel dazu arbeitet die Branche daran, die Lieferungen nach China wieder aufzunehmen und weitere entfernte Märkte zu erschließen.
Auf der Verarbeitungsseite stützten vor allem Apfelsaft, Essiggurken und getrocknete Tomaten das Geschäft. Dabei trat eine besonders rege Nachfrage aus Deutschland, den USA und Russland hervor. In den Vereinigten Staaten, wo der Konsum von Pickles traditionell hoch ist, steigt das Interesse laut Branchenvertretern weiterhin spürbar.