Während globale Lieferketten stocken und die Weltwirtschaft schwächelt, erweist sich ein Sektor als bemerkenswert krisenfest: Die türkische Möbelindustrie hat nicht nur ihre Position als siebtgrößter Exporteur der Welt im Jahr 2025 verteidigt, sondern ihre Präsenz in strategischen Märkten auch massiv ausgebaut.
Laut Hüseyin Taklacı, dem Vorsitzenden des Dachverbands der Holzarbeiter und Handwerker (TAİF), erreichten die Ausfuhren der Branche – inklusive Papier- und Forstprodukten – ein Volumen von 8,4 Milliarden US-Dollar. Bereinigt um Importe verblieb ein Netto-Exportüberschuss von 4,6 Milliarden Dollar. „Der Möbelsektor bleibt eine der Lokomotivindustrien der Türkei – trotz der globalen wirtschaftlichen Volatilität“, erklärte Taklacı.
Die Branche profitiert dabei von einem seit zwei Jahrzehnten andauernden Industrialisierungsschub. Inzwischen existieren landesweit mehr als 40.000 Betriebe mit über 420.000 Beschäftigten. Laut dem Verbandschef habe die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen diesen Aufschwung zusätzlich befeuert.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft auf der Arabischen Halbinsel. Saudi-Arabien avancierte mit einem jährlichen Wachstum von mehr als 200 Prozent zu einem der strategisch wichtigsten Märkte. An der Spitze der Abnehmerländer steht weiterhin der Irak, gefolgt von Großbritannien, Deutschland, den USA, Libyen und Frankreich. Insgesamt lieferte die Branche im vergangenen Jahr Waren im Wert von jeweils über einer Million Dollar in 150 Länder.
Innerhalb der Türkei bleibt Istanbul mit einem Exportvolumen von 3,5 Milliarden US-Dollar das unangefochtene Zentrum der Möbelproduktion. Auf den weiteren Plätzen folgen Bursa (İnegöl) mit 910 Millionen Dollar, Izmir mit 820 Millionen Dollar, Kayseri mit 600 Millionen Dollar und Gaziantep mit 590 Millionen Dollar.