Nach der neuntägigen Pause zum Zuckerfest richten sich die Blicke der Finanzmärkte gespannt auf Ankara. In den kommenden Tagen steht der Türkei ein wahrer Daten-Tsunami bevor, der richtungsweisend für die zweite Jahreshälfte sein dürfte. Im Fokus stehen der anhaltend hohe Preisdruck und die Reaktion der Notenbank.
Ab Mittwoch überschlagen sich die Termine. So legt das Türkische Statistikamt (TÜİK) am 5. Juni die Inflationsrate für Mai vor. Diese Zahl ist doppelt brisant: Einerseits ist sie Gradmesser für die Wirksamkeit der straffen Geldpolitik, andererseits bildet sie die Grundlage für die Gehaltserhöhungen von Beamten und Rentnern. Im April hatte die jährliche Teuerungsrate bei 32,37 Prozent gelegen.
Nur wenige Tage später, am 11. Juni, folgt der Zinsentscheid der Zentralbank. Es ist die erste Sitzung des geldpolitischen Ausschusses nach der langen Pause. Marktbeobachter erwarten mit Spannung Signale, ob der Leitzins auf dem aktuellen Niveau bleibt oder die Währungshüter zur Inflationsbekämpfung nachlegen müssen.
Bereits am 4. Juni veröffentlicht Handelsminister Ömer Bolat die Außenhandelszahlen für Mai. Parallel dazu gab TÜİK die Arbeitslosenzahlen für April bekannt. Weitere Eckdaten folgen Schlag auf Schlag: Am 12. Juni präsentiert die Zentralbank die Leistungsbilanz für April und am 15. Juni legt das Finanzministerium die Haushaltszahlen für Mai offen.