Türkische Leistungsbilanz: Ökonomen erwarten Defizit von 9,5 Milliarden Dollar für März

14.05.2026 – 7:00 Uhr

Die türkische Leistungsbilanz steuert im März auf ein deutlich vergrößertes Defizit zu. Laut einer Umfrage der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu rechnen Volkswirte mit einem monatlichen Fehlbetrag von 9,53 Milliarden US-Dollar. Dies würde eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem Wert von 7,5 Milliarden Dollar im Februar bedeuten.

An der Erhebung beteiligten sich zwölf Ökonomen, deren Einzelschätzungen für März in einer Spanne zwischen 6 und 10,5 Milliarden US-Dollar lagen. Sollte sich der Median von 9,53 Milliarden US-Dollar bewahrheiten, wäre dies einer der höchsten Monatswerte der jüngeren Vergangenheit. Die offiziellen Zahlungsbilanzdaten wird die türkische Zentralbank am 13. Mai veröffentlichen.

Die befragten Experten erwarten zudem, dass das Gesamtdefizit für das laufende Jahr auf 51,89 Milliarden US-Dollar anschwillt – ein Niveau, das die notorische außenwirtschaftliche Schieflage des Landes erneut unterstreicht. Allerdings offenbart die Umfrage tiefe Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß: Die Jahresprognosen klaffen mit Werten zwischen 35 und 62 Milliarden Dollar weit auseinander.

Bereits zum Ende des ersten Quartals zeichnet sich eine erhebliche Ausweitung ab. Das annualisierte Defizit, das Ende Februar noch bei 35,4 Milliarden Dollar lag, dürfte durch den erwarteten Rückschlag im März empfindlich in die Höhe schnellen.