Die türkische Leistungsbilanz wies im April ein Defizit von 5,7 Milliarden US-Dollar aus. Das geht aus Daten der Zentralbank hervor, die am 12. Juni veröffentlicht wurden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat, als die Lücke noch bei 8,45 Milliarden Dollar lag, hat sich das Minus damit spürbar verringert.
Auf annualisierter Basis sank das Leistungsbilanzdefizit erstmals seit September 2025 und erreichte im April ein Volumen von 37 Milliarden US-Dollar, wie die Währungshüter betonten. Besonders auffällig ist die Entwicklung im Kerngeschäft: Ohne Berücksichtigung von Gold- und Energieimporten erzielte die Bilanz einen Nettoüberschuss von 319 Millionen Dollar. Die reine Warenhandelsbilanz verzeichnete hingegen ein Defizit von 6,82 Milliarden Dollar.
Trotz des rückläufigen Monatsdefizits zeigt der Blick auf das Gesamtjahr eine gegenläufige Entwicklung. In den ersten vier Monaten des Jahres summierte sich das Minus auf 29,37 Milliarden Dollar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte die Lücke noch bei 22,59 Milliarden Dollar gelegen.
Auf der Finanzierungsseite gab es im April massive Bewegungen an den Kapitalmärkten. Während Direktinvestitionen netto 447 Millionen Dollar ins Land brachten, verzeichneten Portfolioinvestitionen einen kräftigen Nettozufluss von 4,05 Milliarden Dollar. Ausländische Anleger zeigten dabei starkes Interesse an türkischen Wertpapieren. Nichtansässige kauften per saldo Aktien und Investmentfondsanteile im Volumen von 4,27 Milliarden US-Dollar. Bei inländischen Staatsanleihen lag der Nettoerwerb bei 382 Millionen Dollar.
Am Immobilienmarkt ergab sich ein differenziertes Bild. Türkische Staatsbürger investierten im Ausland 187 Millionen Dollar in Immobilien. Im Gegenzug flossen durch nichtansässige Käufer netto 164 Millionen Dollar an Immobilieninvestitionen in die Türkei.