Die Inflation in der Türkei hat sich im Juni auf hohem Niveau stabilisiert. Sie wird vor allem von explodierenden Wohn- und Energiekosten angetrieben. Wie das türkische Statistikinstitut TÜIK am Freitag mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 32,11 Prozent.
Besonders dramatisch fiel der Preissprung in der Hauptgruppe „Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe” aus. Hier verteuerten sich die Kosten für die Bürgerinnen und Bürger binnen eines Jahres um 45,14 Prozent. Auch bei Grundnahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken müssen Verbraucher mit einem Plus von 35,45 Prozent deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Verkehrspreise legten im Jahresvergleich um 31,15 Prozent zu.
Im Vergleich vom Mai zum Juni 2026 stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) um 0,99 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich die Teuerung damit bereits auf 17,76 Prozent. Als kurzfristiger Preistreiber erwies sich erneut der Wohnungssektor mit einem monatlichen Anstieg von 2,30 Prozent, während die Kosten für Nahrungsmittel nahezu stagnierten (plus 0,17 Prozent) und die Preise im Verkehrssektor sogar minimal um 0,05 Prozent nachgaben.
Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise für Energie, unverarbeitete Lebensmittel, Alkohol, Tabak und Gold ausklammert, verharrt ebenfalls auf einem hohen Niveau. Der Sonderindex (B) kletterte gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,18 Prozent und legte im Juni im Vormonatsvergleich um 1,66 Prozent zu.
Auch auf der Erzeugerebene signalisieren die Daten einen anhaltenden Kostendruck. Der inländische Erzeugerpreisindex (YI-ÜFE) erhöhte sich im Juni um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich beträgt der Anstieg 28,09 Prozent. Auffällig sind hier die monatlichen Explosionen im Bergbau mit einem Plus von 8,30 Prozent und in der Energieversorgung mit einem Plus von 7,10 Prozent. Dies lässt künftige Preisschübe für die Verbraucher erwarten.