Die hartnäckig hohe Inflation in der Türkei könnte im Juni einen spürbaren Dämpfer erhalten haben. Laut einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur Anadolu erwarten Volkswirte für den Monat Juni einen deutlichen Rückgang der Jahresinflationsrate.
Die 17 befragten Ökonomen rechnen im Durchschnitt mit einem monatlichen Preisanstieg von lediglich 1,04 Prozent. Sollte diese Prognose zutreffen, würde die annualisierte Inflationsrate von 32,61 Prozent im Mai auf rund 32,17 Prozent sinken. Dies wäre ein wichtiges psychologisches Signal für die Märkte, auch wenn der erhoffte Durchbruch bei der Geldentwertung noch ausbleibt.
Die monatlichen Schätzungen der Experten offenbaren allerdings noch eine erhebliche Unsicherheit. Die Juni-Prognosen reichen von einem moderaten Plus von 0,81 Prozent bis hin zu einem Anstieg von 1,77 Prozent. Zum Vergleich: Im Mai hatte der offizielle Verbraucherpreisindex noch einen Anstieg von 1,71 Prozent im Monatsvergleich verzeichnet.
Der Blick der Finanzwelt richtet sich nun gespannt auf das Türkische Statistikinstitut (TÜİK). Die Behörde wird die entscheidenden Inflationsdaten für Juni am 3. Juli veröffentlichen.
Trotz der erwarteten kurzfristigen Entspannung bleibt die Skepsis für das Gesamtjahr bestehen. Laut einer Umfrage rechnen die Ökonomen zum Jahresende mit einer Inflationsrate von durchschnittlich 29 Prozent. Dies liegt deutlich über dem offiziellen Zielkorridor und verdeutlicht die anhaltenden Risiken für die Preisstabilität in der Türkei.