Türkische Industrie: Geschäftsklima bricht ein – Kapazitäten trotzdem ausgelastet

26.03.2026 – 6:35 Uhr

Die Stimmung in der türkischen Industrie hat im März einen deutlichen Dämpfer erhalten, obwohl die Produktionsanlagen weiterhin konstant ausgelastet sind. Während die Kapazitätsauslastung nahezu unverändert blieb, sackte das Geschäftsklima unerwartet ab.

Wie aus am Montag veröffentlichten Daten der türkischen Zentralbank hervorgeht, verharrte die saisonbereinigte Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe im März mit 74,0 Prozent exakt auf dem Niveau des Vormonats. Die nicht saisonbereinigte Quote gab dagegen um 0,2 Punkte auf 73,3 Prozent leicht nach.

Ein differenziertes Bild zeigt sich bei den einzelnen Branchen: Hersteller von langlebigen Konsumgütern steigerten ihre Auslastung von 66,7 Prozent im Februar auf nun 68,7 Prozent. Auch im Bereich der nicht langlebigen Konsumgüter stieg die Quote von 72,1 auf 74,0 Prozent. Insgesamt stieg die Kapazitätsauslastung bei Konsumgütern somit leicht von 71,2 auf 71,7 Prozent.

Rückläufig war die Entwicklung hingegen bei den Herstellern von Vorleistungsgütern, deren Auslastung von 74,9 auf 74,7 Prozent sank. Im Investitionsgütersektor fiel die Quote von 70,1 auf 69,5 Prozent.

Der Stimmungsindex fiel unter die Marke von 100 Punkten.

Während die Kapazitäten weitgehend stabil blieben, trübte sich das Geschäftsklima merklich ein. Der saisonbereinigte Realsektor-Vertrauensindex (RSCI) verlor 4,1 Punkte und fiel auf genau 100 Zähler, wie die Zentralbank mitteilte. Der Rückgang geht auf eine Verschlechterung sämtlicher Teilkomponenten zurück.

Unternehmen bewerteten demnach unter anderem die Geschäftslage insgesamt negativer, meldeten geringere Auftragsbestände im Vergleich zum Vormonat und zum aktuellen Monat und zeigten sich zurückhaltender bei ihren Investitionsplänen. Auch die Erwartungen an die Produktionsentwicklung in den kommenden drei Monaten sowie an die Exportnachfrage fielen schwächer aus. Hinzu kamen pessimistischere Beschäftigungsaussichten und höhere Lagerbestände an Fertigwaren.