Türkische Immobilienpreise: Quadratmeterpreis kratzt an der 40.000-Lira-Marke

02.03.2026 – 6:30 Uhr

Der türkische Immobilienmarkt zeigt sich weiterhin zweigeteilt. Zwar zogen die nominalen Verkaufspreise für Wohnimmobilien zuletzt wieder kräftig an, doch in der Realität verlieren die Eigentümer oft an Wert. Wie aus dem aktuellen Marktbericht des Analysehauses Endeksa für Januar 2026 hervorgeht, sind die Quadratmeterpreise auf einen neuen Rekordwert gestiegen.

Binnen Jahresfrist verteuerten sich Wohnimmobilien landesweit um durchschnittlich 29,8 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise um weitere 3,5 Prozent an. Bereinigt man diese Zahlen jedoch um die Inflation, ergibt sich ein anderes Bild: Real verbuchten die Verkäufer einen leichten Wertverlust von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem Vormonat Dezember stieg der Wert real immerhin um 0,6 Prozent.

Die Kosten für den Quadratmeter kletterten damit im Landesschnitt auf knapp 39.120 Türkische Lira. Wer ein durchschnittliches Eigenheim erwerben möchte, muss aktuell tief in die Tasche greifen: Eine Immobilie kostet derzeit rund 4,89 Millionen Lira (umgerechnet etwa 111.500 US-Dollar). Die Amortisationszeit für eine als Kapitalanlage erworbene Wohnung liegt Analysten zufolge derzeit bei 14 Jahren.

Hauptstadt im Aufwind, Metropolen mit Gegenwind

Besonders dynamisch entwickelte sich der Markt in der Hauptstadt Ankara. Hier schnellten die Preise nominal um 36,1 Prozent nach oben – ein Plus, das auch nach Abzug der Teuerung mit einem realen Zuwachs von vier Prozent glänzen kann. Ein Quadratmeter kostet in Ankara damit im Schnitt 35.288 Lira, der Gesamtpreis für eine Wohnung liegt bei etwa 4,5 Millionen Lira.

In der Wirtschaftsmetropole Istanbul sieht die Lage anders aus: Zwar legten die Preise hier nominal um 31,1 Prozent zu, doch unterm Strich steht eine schwarze Null. Die Inflation frisst das Plus nahezu vollständig auf. Für einen Quadratmeter in der Bosporus-Metropole müssen Käufer mittlerweile durchschnittlich 60.391 Lira zahlen, was einem Gesamtpreis von 6,8 Millionen Lira für eine Standardwohnung entspricht.

Noch deutlicher fiel die Reallohn-Delle in Izmir aus. Hier stiegen die Preise zwar nominal um 26,7 Prozent, real bedeutet dies jedoch einen Wertverlust von 3,1 Prozent. Der Quadratmeterpreis an der Ägäis liegt bei 49.622 Lira, der durchschnittliche Kaufpreis für eine Immobilie bei 6,1 Millionen Lira.

Mieten steigen, bleiben aber hinter Inflation zurück

Auch der Mietmarkt bleibt in Bewegung, wenngleich die Steigerungsraten hinter der allgemeinen Teuerung zurückbleiben. Bundesweit erhöhten sich die Mietpreise innerhalb eines Jahres um 25,3 Prozent und im Vergleich zum Vormonat um 2,3 Prozent. Real bedeutet dies einen Rückgang von 4,2 Prozent im Jahresvergleich und ein Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter liegt bei 234 Lira, die durchschnittliche Monatsmiete somit bei knapp 26.000 Lira.