Türkische Immobilienpreise im Sog der Inflation: Nominelles Plus, realer Wertverfall

17.04.2026 – 6:30 Uhr

Der türkische Wohnimmobilienmarkt zeigt im März ein gespaltenes Bild. Während die nominalen Hauspreise im Vergleich zum Vorjahr kräftig zulegen, schrumpft der reale Wert der Immobilien aufgrund der hohen Inflationsrate weiter. Nach den am 16. April veröffentlichten Daten der türkischen Zentralbank stieg der Wohnimmobilien-Preisindex (RPPI) im März nominal um 26,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Bereinigt um die Inflation ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Real, also unter Berücksichtigung der Kaufkraft, verzeichneten die Immobilienpreise im März einen Rückgang von 3,4 Prozent im Jahresvergleich. Im Vergleich zum Vormonat Februar legte der Index nominal um 2,0 Prozent zu.

Preisdynamik in den Metropolen bleibt hoch

Besonders in den drei größten Städten des Landes setzte sich der nominale Preisanstieg fort. In Istanbul kletterten die Preise im März gegenüber Februar um 2,2 Prozent, in der Hauptstadt Ankara um 2,5 Prozent und in der Küstenmetropole Izmir um 2,8 Prozent. Auf Jahressicht betragen die nominalen Zuwächse in Istanbul 27,8 Prozent, in Ankara 30,4 Prozent und in Izmir 24,3 Prozent.

Mietindex überholt Inflation leicht

Während die Eigentumspreise real an Boden verlieren, zeigt sich bei den Neuvertragsmieten eine stärkere Dynamik. Der Index für Neuvermietungen (NTRI) stieg im März nominal um 34,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch inflationsbereinigt legten die Mieten zu. Hier verzeichnete die Zentralbank einen realen Anstieg von 2,7 Prozent.

Im März erhöhte sich der Mietindex monatlich um 2,0 Prozent. Auf die einzelnen Städte heruntergebrochen, verzeichnete Istanbul ein Plus von 2,2 Prozent, Ankara ein Plus von 2,4 Prozent und Izmir ein Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Auf Jahressicht meldeten die Behörden nominale Mietsteigerungen von 39,4 Prozent in Istanbul, 37,7 Prozent in Ankara und 35,0 Prozent in Izmir.