Türkische Hotellegende Alkoçlar Exclusive vor dem Aus: Zwangsversteigerung nach Insolvenz

04.03.2026 – 6:35 Uhr

Ein Traditionsname des türkischen Tourismus steht vor dem wirtschaftlichen Ende. Die Hotelmarke Alkoçlar Exclusive, die einst für ihre Premium-Unterkünfte an der Ägäis und in den Bergen bekannt war, muss im Zuge eines Insolvenzverfahrens zwangsversteigert werden. Das zuständige Vollstreckungsgericht in Istanbul hat den symbolischen Startpreis für die Markenrechte auf rund 140.000 Euro festgesetzt.

Der erste Versteigerungstermin ist für den 9. März angesetzt. Der Verkauf umfasst die namensgebende Dachmarke, die über Jahrzehnte hinweg zu den Pionieren der türkischen Hotellerie zählte. Das in den 1950er Jahren gegründete Unternehmen galt als eine der ersten einheimischen Hotelketten des Landes und setzte insbesondere in den 2000er Jahren unter der Leitung von Engin Alkoçlar Maßstäbe im Ski- und Badeurlaub.

Vom Branchenriesen zum Schuldenfall

In seiner Blütezeit betrieb die Gruppe zeitgleich 21 Häuser im In- und Ausland und verfügte über eine Gesamtkapazität von 1.400 Betten. Die Kette wurde durch die Kombination von gehobener Unterkunft und Unterhaltungskonzepten bekannt. Die wirtschaftliche Wende kam jedoch im Jahr 2018, als das Unternehmen aufgrund finanzieller Engpässe einen Antrag auf Schutz vor den Gläubigern (Konkordato) stellte. In der Folge mussten bereits Standorte in den beliebten Urlaubsorten Bodrum und Alaçatı schließen.

Letztlich gelang es der Geschäftsführung um Ender Alkoçlar, Schwiegersohn der berühmten türkischen Schauspielerin Hülya Koçyiğit, nicht, die Schuldenlast von über zwei Millionen Euro zu bewältigen. Im Jahr 2020 wurde der operative Hotelbetrieb weitgehend eingestellt und die bestehenden Häuser an andere Betreiber übergeben.

Markenwert mit Promi-Faktor

Die nun zur Versteigerung stehende Marke könnte für Investoren dennoch interessant sein. Trotz der Insolvenz ist es ein im ganzen Land bekannter Name mit einer hohen Wiedererkennbarkeit in der Reisebranche. Branchenbeobachter rechnen mit regem Interesse an der Auktion. Der neue Eigentümer würde nicht nur die Rechte am Namen erwerben, sondern auch das Potenzial, eine der historischen Größen des türkischen Tourismus neu zu beleben.