Türkische Haushaltslücke weitet sich auf 215 Milliarden Lira aus

20.02.2026 – 6:30 Uhr

Die türkische Zentralregierung ist mit einem deutlichen Minus in das Haushaltsjahr 2026 gestartet. Wie das Finanz- und Schatzministerium am Sonntag mitteilte, überstiegen die Ausgaben im Januar die Einnahmen um 214,5 Milliarden Türkische Lira. Damit fiel das Defizit deutlich höher aus als im Vorjahreszeitraum, als die Lücke bei 139,3 Milliarden Lira gelegen hatte.

Hauptgrund für die Verschlechterung ist ein explosionsartiger Anstieg der Zinszahlungen. Diese schnellten im Vergleich zum Januar 2025 um 180 Prozent auf 456,4 Milliarden Lira in die Höhe. Insgesamt stiegen die Staatsausgaben binnen Jahresfrist um 54,9 Prozent auf 1,64 Billionen Lira.

Die Staatseinnahmen entwickelten sich mit einem Plus von 55 Prozent auf 1,42 Billionen Lira ebenfalls dynamisch. Dabei wuchsen die Steuereinnahmen um 49 Prozent auf 1,18 Billionen Lira. Dennoch reichte das Plus nicht aus, um die Ausgabenseite zu kompensieren.

Bereinigt um die Zinslast ergibt sich für den ersten Monat des Jahres ein Primärüberschuss von 241,9 Milliarden Lira. Dieses Plus, das zur Bedienung der Staatsschulden zur Verfügung steht, vervielfachte sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu (plus 918 Prozent).

Für das Gesamtjahr 2026 plant die Regierung in Ankara jedoch mit einem deutlich höheren Fehlbetrag. Die offizielle Prognose sieht ein Haushaltsdefizit von 2,71 Billionen Lira und einen Primärüberschuss von lediglich 28,96 Milliarden Lira vor.