Die türkischen Freizonen haben in den ersten sieben Monaten dieses Jahres einen neuen Exportrekord erzielt und damit ihre Rolle als industrielle Kraftzentren unterstrichen. Wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte, stiegen die Ausfuhren aus den 19 Sonderwirtschaftszonen im Zeitraum Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf ein Allzeithoch von 7,7 Milliarden US-Dollar.
Allein im Juli legten die Exporte aus den Freizonen um 11,3 Prozent auf 1,152 Milliarden US-Dollar zu und blieben damit deutlich über der Schwelle von einer Milliarde US-Dollar. Diese Dynamik geht einher mit einer massiven strukturellen Stärkung: Die Export-Import-Abdeckungsquote erreichte im Siebenmonatszeitraum 160,9 Prozent und lag im Juli bei 152,5 Prozent. Das Ministerium betonte, dass diese Quote den Status der Zonen als Nettoexporteure und ihre globale Wettbewerbsfähigkeit deutlich untermauert.
Einen weiteren Bestwert markierte der Anteil der Exporte an den Gesamtverkäufen der Zonen, der in diesem Zeitraum auf 76,8 Prozent stieg – der höchste jemals gemessene Wert für diesen Zeitraum.
Technologische Aufwertung als strategisches Ziel
Eine zentrale Entwicklung ist die kontinuierliche technologische Aufwertung des Exportportfolios. Produkte der mittleren Hochtechnologie machten 50,4 Prozent der gesamten Exporte aus, Hightech-Waren trugen 7 Prozent bei. Zusammengenommen erreicht dieser technologieintensive Sektor einen Anteil von 57,4 Prozent. Dies leistet einen direkten Beitrag zu den Zielen des Landes für wertschöpfungsstarke Exporte, so das Ministerium.
Insgesamt waren in den 19 Freizonen 1.934 Unternehmen aktiv, darunter 474 ausländische Firmen. Sie beschäftigten in diesem Zeitraum direkt 87.655 Menschen. Von den 2.795 vergebenen Betriebslizenzen entfielen 2.097 auf inländische und 698 auf ausländische Unternehmen. Der Anteil produktionsbezogener Lizenzen an allen Genehmigungen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 44,6 Prozent.
Das Kraftzentrum Ägäis und rasante Aufholer
Den größten absoluten Beitrag lieferte die Ägäis-Freizone mit Exporten von 1,96 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 132,2 Millionen US-Dollar oder 7,2 Prozent entspricht. Damit stemmt sie allein 25,5 Prozent des gesamten Freizonenexports. Die Bursa-Freizone steigerte ihre Ausfuhren um beachtliche 32,7 Prozent auf 1,21 Milliarden US-Dollar. Eine explosionsartige Entwicklung verzeichnete die Antalya-Freizone: Im Juli schossen die Exporte um 227,2 Prozent auf 115,1 Millionen Dollar in die Höhe; kumuliert über sieben Monate beträgt das Plus 40,2 Prozent (447 Millionen Dollar).