Türkische Exportwirtschaft meldet höchsten Stand seit 27 Monaten

12.09.2026 – 7:00 Uhr

Die türkische Exportwirtschaft verzeichnet eine anhaltende Aufwärtsentwicklung. Wie Handelsminister Ömer Bolat am Montag in einer schriftlichen Erklärung mitteilte, ist der von der Istanbuler Industriekammer (ISO) erhobene Klimaindex für die Exportmärkte des verarbeitenden Gewerbes im August auf 52,7 Punkte gestiegen. Dies ist der höchste Wert seit 27 Monaten. Bereits im Juli hatte der Index bei 52,2 Punkten gelegen. Seit Januar 2024 liegt er durchgehend über der Schwellenmarke von 50 Punkten, die eine Expansion signalisiert.

Als Grund für die positive Entwicklung nannte Bolat die robuste Nachfrage auf den internationalen Absatzmärkten. In den Vereinigten Staaten, auf die rund sechs Prozent der türkischen Industrieexporte entfallen, hat das Produktionswachstum den höchsten Stand seit April 2022 erreicht. In Europa fällt die Expansion moderater aus, doch in Deutschland und dem Vereinigten Königreich – den beiden größten Exportmärkten der Türkei – hat sich die Wirtschaftsaktivität den zweiten Monat in Folge ausgeweitet, wobei die Dynamik gegenüber Juli gestiegen ist.

Auch im Nahen Osten setzt sich die Erholung laut dem Minister fort. In den Vereinigten Arabischen Emiraten habe die Produktion den höchsten Zuwachs seit sechs Monaten erreicht und in Saudi-Arabien seit sieben Monaten. In Kuwait war das Wachstum so stark wie zuletzt vor dem Krieg. In Katar und Ägypten setzte sich hingegen der Rückgang der Produktion fort. Dies zeigt, dass sich die Erholung in der Region noch nicht auf alle Länder ausgeweitet hat.

Bolat wies zudem auf die staatlichen Exportförderprogramme und die Handelsdiplomatie der Regierung hin. Diese dürften die Exportleistung auch in den kommenden Monaten stützen. Die annualisierten Ausfuhren belaufen sich seinen Angaben zufolge derzeit auf 280,3 Milliarden Dollar. Um das im Mittelfristigen Programm (OVP) für 2026 festgelegte Ziel von 282 Milliarden Dollar zu erreichen, sind im verbleibenden Jahresverlauf zusätzliche Exporte von 1,7 Milliarden Dollar erforderlich. Ende 2025 hatte das Exportvolumen bei 273,2 Milliarden Dollar gelegen. Für die Zielmarke 2026 war ursprünglich ein Zuwachs von insgesamt 8,8 Milliarden Dollar veranschlagt worden.