Türkische Exporteure reagieren auf Nachfrageschwäche mit mehr Messebeteiligungen

19.08.2026 – 6:35 Uhr

Angesichts einer globalen Konjunkturflaute und einer schwächelnden Nachfrage aus dem Ausland setzen türkische Exporteure zunehmend auf internationale Messen, um neue Märkte zu erschließen und sinkende Margen auszugleichen. Wie aus Branchenkreisen verlautet, ist die Zahl der Messebeteiligungen im laufenden Jahr deutlich gestiegen.

Laut Mustafa Gültepe, dem Vorsitzenden der Türkischen Exporteursversammlung (TİM), organisierten der Dachverband und die angeschlossenen Exporteursvereinigungen zwischen Januar und Juli 2025 die Teilnahme an 198 internationalen Messen. Im Vergleichszeitraum dieses Jahres sei die Zahl um 20 Prozent auf 237 gestiegen. „Unsere Exportleistung im ersten Halbjahr hat von den Messen profitiert, an denen wir in diesem Jahr teilgenommen haben”, sagte Gültepe.

Hintergrund ist ein spürbarer Rückgang der Bestellungen, insbesondere aus dem europäischen Markt, bei gleichzeitig verschärftem Preiswettbewerb. In den ersten sieben Monaten des Jahres beliefen sich die türkischen Ausfuhren auf 161,6 Milliarden US-Dollar. Die schwächere Auftragslage erhöht den Druck, alternative Absatzmärkte zu finden.

Mustafa Paşahan, der Vorsitzende der Istanbuler Bekleidungsexporteure (İHKİB), bezifferte das Programm seines Verbands auf 18 Messen und 36 Handelsdelegationsreisen in verschiedene Länder in diesem Jahr. „Wir haben bisher 1.031 Unternehmen mit 128.502 Einkäufern zusammengebracht und 24.265 bilaterale Geschäftstreffen ermöglicht“, so Paşahan.

Muhammet Öztürk, Koordinator der Ägäis-Exporteursvereinigungen (EİB), verwies ebenfalls auf nationale Beteiligungsprogramme für 17 Fachmessen in unterschiedlichen Branchen. Der Verband unterstütze jährlich mehr als 400 Unternehmen bei internationalen Marketingaktivitäten. „Wir sind überzeugt, dass wir durch Messen und sektorale Handelsdelegationsprogramme unser Exportziel von 20 Milliarden Dollar in kurzer Zeit erreichen werden”, sagte Öztürk.