Türkische Bauproduktion verliert an Tempo – Dienstleistungssektor wächst moderat

19.04.2026 – 6:30 Uhr

Die türkische Wirtschaft zeigt im Februar ein geteiltes Bild. Während der Dienstleistungssektor weiter wächst, hat die Dynamik im Baugewerbe im Jahresvergleich spürbar nachgelassen. Vor allem der Immobilienmarkt bleibt ein Sorgenkind, während die Informations- und Kommunikationsbranche ein zweistelliges Wachstum verzeichnet.

Wie das Türkische Statistikamt (TÜİK) am Dienstag in Ankara mitteilte, stieg der Produktionsindex des Baugewerbes im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,9 Prozent. Dies bedeutet eine deutliche Abkühlung gegenüber dem Januar, als noch ein jährliches Plus von 8,0 Prozent registriert worden war. Im Vergleich zum Vormonat schrumpfte die Bauleistung sogar um 1,3 Prozent.

Ein genauerer Blick auf die Bausparten offenbart ein differenziertes Bild: Während der Tiefbau mit einem Jahresplus von 12,0 Prozent kräftig zulegte und auch gegenüber dem Januar um 1,2 Prozent wuchs, verzeichnete der Hochbau einen Rückgang der monatlichen Produktion um 2,5 Prozent. Im Jahresvergleich beträgt das Wachstum hier 4,9 Prozent. Die spezialisierten Bauaktivitäten gaben im Monatsvergleich um 1,3 Prozent nach, lagen aber um 5,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Dienstleistungen im Aufwind – Immobiliensektor im Minus

Im Gegensatz zum Baugewerbe konnte der Dienstleistungssektor seine Position behaupten. Der entsprechende Produktionsindex kletterte im Februar gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent. Gegenüber Januar wurde ein Anstieg von 1,2 Prozent verzeichnet.

Mit einem Wachstum von 13,3 Prozent im Jahresvergleich war der Bereich Information und Kommunikation die stärkste Wachstumslokomotive. Auch im Vergleich zum Vormonat legte diese Branche um 3,6 Prozent zu.

Unterstützung erhielt der Dienstleistungsindex zudem von den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr) sowie dem Gastgewerbe (Beherbergung und Gastronomie, +3,5 Prozent). Letzteres musste im Monatsvergleich jedoch einen leichten Rückgang von 0,7 Prozent hinnehmen.

Einen deutlichen Dämpfer erhielt der Gesamtindex hingegen durch die Entwicklung im Immobiliensektor. Hier sank die Produktion im Vergleich zum Februar 2025 um 8,7 Prozent. Der Bereich Verkehr und Lagerhaltung gab im Jahresvergleich leicht um 0,3 Prozent nach, konnte aber gegenüber Januar um 0,9 Prozent zulegen.