Türkische Bauindustrie knackt globale 500-Milliarden-Dollar-Marke trotz Krisen

31.01.2026 – 7:00 Uhr

Die türkische Bauwirtschaft hat einen historischen Meilenstein erreicht: Seit über zwei Jahrzehnten haben heimische Unternehmen Bauprojekte im Wert von mehr als einer halben Billion US-Dollar weltweit umgesetzt. Dies gab Handelsminister Ömer Bolat bei einer Feierstunde in Anwesenheit von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan bekannt.

Die Projekte erstrecken sich auf 138 Länder und haben laut Bolat ein Gesamtvolumen von über 500 Milliarden Dollar. Türkische Firmen haben weltweit Autobahnen, Krankenhäuser, Kraftwerke, Fabriken, Stadien und Hochgeschwindigkeitszüge gebaut. Der Bausektor sei eine „treibende Kraft” der türkischen Volkswirtschaft.

Besonders aktiv waren die Unternehmen in den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Im weltweit beachteten Ranking der „Top 250 Internationalen Bauunternehmen” (ENR) belegen türkische Auftragnehmer seit zehn bis 15 Jahren durchgehend den zweiten Platz.

Krieg und Unsicherheit als große Herausforderungen

Der Präsident des Türkischen Bauunternehmerverbandes (TMB), Erdal Eren, schilderte auf der Veranstaltung jedoch auch die erheblichen Widrigkeiten des vergangenen Jahres. Er nannte „gestiegene geopolitische Risiken, anhaltende Konflikte, verschärfte Finanzierungsbedingungen und anhaltende Unsicherheit” als Belastungen.

Der Ukraine-Krieg hat die Geschäfte in Russland, einem traditionell sehr wichtigen Markt, schwer beeinträchtigt. In der Ukraine selbst führen einige Firmen weiterhin begrenzte Notfall- und Wiederaufbauarbeiten durch.

Trotz dieser Herausforderungen haben die Unternehmen laut Eren intensiv daran gearbeitet, ihre internationale Präsenz zu festigen und in neue Märkte vorzustoßen. Unter der Leitung des Handelsministeriums waren Delegationen in einem weiten geografischen Bogen – von Bangladesch bis Portugal, vom Irak bis in die Ukraine und vom Vereinigten Königreich bis ins subsaharische Afrika – unterwegs, um Kontakte zu knüpfen und neue Projektchancen zu erschließen.