Türkische Bauausgaben steigen 2025 um 44 Prozent auf 9,09 Billionen Lira

12.06.2026 – 6:30 Uhr

Der türkische Bausektor hat im Jahr 2025 ein explosives Ausgabenwachstum hingelegt und die Gesamtwirtschaft deutlich abgehängt. Wie der Türkische Verband der Baustoffproduzenten (İMSAD) meldet, schnellten die Bauausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 9,09 Billionen Türkische Lira (rund 197 Milliarden US-Dollar) in die Höhe.

Die Branche erwies sich damit erneut als zentrale Stütze der Konjunktur. Während das türkische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im selben Zeitraum lediglich um 3,6 Prozent zulegte, expandierte der Bausektor preisbereinigt um starke 10,8 Prozent, wie aus dem aktuellen İMSAD-Bericht hervorgeht. Im Schlussquartal 2025 flachte die Dynamik jedoch spürbar ab: Das Sektorwachstum lag bei 8,6 Prozent und die Bauausgaben stiegen im Jahresvergleich um 38,6 Prozent auf 2,38 Billionen Lira.

Als Haupttreiber der Baukonjunktur nennt der Verband projektbasierte Investitionen, obligatorische Ausgaben sowie die umfangreichen Wiederaufbauarbeiten in den Erdbebengebieten und urbane Transformationsprojekte. Diese staatlich forcierten Maßnahmen verliehen der Branche auch 2025 deutlichen Rückenwind.

Doch das schiere Volumen überdeckt zunehmend Bremsspuren. Die İMSAD-Analysten verweisen explizit auf die im vierten Quartal sichtbare Abschwächung. Dem Bericht zufolge wirkten hier steigende Finanzierungskosten und eine sich eintrübende Nachfrage als limitierende Faktoren für das Baugewerbe.

Die Stimmung für künftige Projekte bleibt unterdessen robust. Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, setzte sich der starke Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen im ersten Quartal 2026 nahtlos fort. Die Zahl der erteilten Genehmigungen stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19,6 Prozent. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei der Anzahl der Wohneinheiten mit 37 Prozent sowie bei der gesamten genehmigten Geschossfläche mit 26,1 Prozent aus. Diese Frühindikatoren deuten darauf hin, dass der Investitionsappetit der Branche trotz der finanziellen Gegenwinde ungebrochen ist.