In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 verzeichnete die türkische Automobilindustrie einen deutlichen Produktionsrückgang. Wie der Verband der Automobilhersteller (OSD) am Montag mitteilte, sank die Gesamtfertigung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 538 718 Einheiten. Als Belastungsfaktor nannte der Verband unter anderem die geringere Anzahl an Arbeitstagen im Mai.
Besonders stark betroffen ist das Segment der Personenkraftwagen: Hier brach die Produktion mit 301.367 Fahrzeugen um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Einen gegenläufigen Trend zeigen dagegen die Nutzfahrzeuge. Die Herstellung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen legte im selben Zeitraum zu. Insgesamt stieg die Produktion gewerblicher Fahrzeuge um 6 Prozent, bei schweren Nutzfahrzeugen betrug das Plus sogar 8 Prozent.
Die schwächelnde Nachfrage und Produktionseinschränkungen spiegeln sich auch in der Auslastung der Werke wider. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung der Branche lag in den ersten fünf Monaten bei lediglich 61 Prozent. Besonders dramatisch ist die Situation bei Traktoren mit einer Rate von nur 27 Prozent. Auch die Lkw-Fertigung lief mit 57 Prozent unterdurchschnittlich. Leichtfahrzeuge (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) kamen auf 62 Prozent und Busse und Midibusse erreichten eine Auslastung von 67 Prozent.
Auch im Exportgeschäft setzt sich der Abwärtstrend fort. Die Ausfuhrmenge sank um 15 Prozent auf 373.825 Fahrzeuge. Hauptverantwortlich dafür war der Einbruch des Exports von Personenkraftwagen um 29 Prozent. Die Ausfuhren von Nutzfahrzeugen stiegen hingegen um 5 Prozent. Trotz des Volumenrückgangs verbuchte die Branche beim Exportumsatz ein leichtes Plus: Währungsbedingt kletterte der Gesamtwert der ausgeführten Fahrzeuge um zwei Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar.
Auch der heimische Markt steckt in einer Flaute. Der Gesamtabsatz schrumpfte in den Monaten Januar bis Mai um 8 Prozent auf 468.507 Einheiten. Der Pkw-Markt gab um 10 Prozent auf 356 256 Fahrzeuge nach. Lediglich leichte Nutzfahrzeuge verzeichneten einen Verkaufszuwachs von 2 Prozent.
Ein Lichtblick für die heimischen Hersteller ist die gestiegene Präferenz für lokal gefertigte Fahrzeuge. Der Anteil der Inlandsproduktion an den Gesamtverkäufen kletterte deutlich: Er stieg bei allen Fahrzeugen von 30 auf 34 Prozent, bei Pkw von 31 auf 35 Prozent und bei leichten Nutzfahrzeugen von 20 auf 23 Prozent.