Türkische Autoindustrie verzeichnet Produktions- und Exportrückgang im ersten Halbjahr 2026

20.08.2026 – 6:30 Uhr

Die türkische Automobilindustrie steckt in der Krise: In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 ist die Gesamtproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent eingebrochen. Besonders dramatisch fällt der Rückgang bei Personenkraftwagen aus: Hier meldet der Verband der Automobilhersteller (OSD) einen Rückgang der Produktion um 19 Prozent.

Wie aus den am Dienstag veröffentlichten OSD-Daten hervorgeht, belief sich die Gesamtfahrzeugproduktion im Zeitraum Januar bis Juli auf 767 216 Einheiten. Die Pkw-Produktion erreichte lediglich 424.667 Fahrzeuge.

Auch der Exportmotor stottert gewaltig: Das Auslandsgeschäft schrumpfte volumenmäßig um 13,6 Prozent auf insgesamt 542 401 Fahrzeuge. Während die Pkw-Exporte regelrecht einbrachen – die Branche verzeichnete hier ein Minus von 29,2 Prozent –, konnten die Ausfuhren von Nutzfahrzeugen immerhin um 8 Prozent zulegen.

Trotz der schwächelnden Stückzahlen behauptete die Automobilindustrie ihre Position als wichtigster Exportsektor der Türkei. In den ersten sieben Monaten entfielen 17 Prozent aller türkischen Ausfuhren auf die Branche. Wertmäßig legten die Automobilexporte sogar um 2,6 Prozent auf 24,4 Milliarden US-Dollar zu, was darauf hindeutet, dass höhere Preise den Mengenrückgang teilweise kompensierten.

Der OSD-Vorsitzende Cengiz Eroldu führte den Produktions- und Exportrückgang unter anderem auf den Verlust von fünf bis sechs Arbeitstagen durch Feiertage und administrative Urlaubsregelungen zurück. Zudem befänden sich mehrere Mitgliedsunternehmen in einer Übergangsphase. „Um ein neues Produkt in eine Produktionslinie einzuführen, muss das bestehende Produktionstempo für einen bestimmten Zeitraum reduziert werden. Daher betrachten wir den Produktionsrückgang als natürliche Folge des Übergangsprozesses im Zusammenhang mit neuen Investitionen.“

Die Branche bereitet demnach Produktionslinien für neue Modelle und Kapazitätserweiterungen vor. Dies ist ein Hoffnungsschimmer, der mittelfristig wieder für Wachstum sorgen könnte. Kurzfristig bleiben die Zahlen jedoch ernüchternd.