Die türkische Automobilindustrie musste im Mai einen deutlichen Dämpfer hinnehmen. Wie der Branchenverband der Automobilindustrie-Exporteure Uludağ (OİB) mitteilte, sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17 Prozent auf 3,26 Milliarden US-Dollar.
Hauptgrund für das Minus ist laut OİB-Chef Kemal Yazıcı die geringere Anzahl an Arbeitstagen im Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahr. Dies habe die Exportbilanz negativ beeinflusst.
Trotz des Rückgangs bleibt die Automobilwirtschaft mit einem Anteil von 16,8 Prozent an den gesamtstaatlichen Ausfuhren die wichtigste Exportbranche des Landes. Für den Zeitraum Januar bis Mai ergibt sich sogar ein leichtes Plus: Die Exporte stiegen im Fünfjahresvergleich um 2,6 Prozent auf 17 Milliarden US-Dollar.
Bröckelnde Zahlen bei Pkw und Nutzfahrzeugen
Besonders stark betroffen war das Segment der Pkw-Exporte: Sie fielen um 23 Prozent auf 1,01 Milliarden US-Dollar. Noch dramatischer verlief die Entwicklung bei Fahrzeugen für den Gütertransport: Hier brachen die Ausfuhren um 27 Prozent auf 543 Millionen Dollar ein. Deutlich stabiler zeigte sich das Bussegment: Die Exporte von Bussen, Kleinbussen und Midibussen sanken lediglich um 2,5 Prozent auf 269 Millionen Dollar.
Die Zulieferindustrie, die größte Produktgruppe der Branche, verzeichnete im Mai einen Rückgang um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar.
EU bleibt wichtigster Abnehmer – trotz Rückgang
Deutschland ist mit Abnehmer-Exporten in Höhe von 526 Millionen Dollar weiterhin der bedeutendste Einzelmarkt für türkische Autoteile und Fahrzeuge, gefolgt von Frankreich mit 452 Millionen Dollar.
Die Europäische Union als Staatengruppe bleibt mit einem Anteil von 75 Prozent an allen Autoausfuhren der mit Abstand wichtigste Abnehmer: Im Mai gingen 2,45 Milliarden Dollar in die EU – ein Rückgang von 13 Prozent im Jahresvergleich.
Auch auf weiteren Märkten sind deutliche Verluste zu verzeichnen: Die Exporte in andere europäische Länder (außerhalb der EU) brachen um 42 Prozent ein, jene in den Nahen Osten sanken um 26 Prozent.