In der türkischen Außenhandelsbranche ist die Stimmung gespalten: Während die Exportwirtschaft zunehmend zuversichtlich in die Zukunft blickt, trüben sich die Aussichten bei den Importen merklich ein. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Handelsministeriums hervor.
Demnach stieg der Index der Export-Erwartungen für das dritte Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 2,4 Punkte auf einen Wert von 101,5. Ein Indexstand über der Marke von 100 signalisiert grundsätzlich eine optimistischere Stimmungslage als eine pessimistische. Laut Ministerium wurde der Anstieg vor allem durch positive Bewertungen der Auftragslage sowie der Erwartungen für die kommenden drei Monate getrieben. Negativ auf den Index wirkte sich hingegen die Einschätzung des aktuellen Bestands an bereits registrierten Exportaufträgen aus.
Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Verglichen mit dem dritten Quartal des Vorjahres fiel der Exportindex um 4,0 Punkte.
Gegenläufig entwickelte sich der Index der Import-Erwartungen. Dieser sank im Quartalsvergleich um 2,2 Zähler auf 102,7 Punkte. Besonders belastend wirkten sich hier die Aussichten auf die Stückpreise für die nächsten drei Monate sowie der aktuelle Stand der registrierten Importaufträge aus. Positive Impulse kamen dagegen von den allgemeinen Import-Erwartungen und der Bewertung des Auftragsniveaus der vergangenen drei Monate.
Noch deutlicher fällt der Rückgang auf Jahressicht aus. Der Import-Erwartungsindex brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,1 Punkte ein. Das Ministerium hatte die zugrunde liegende Umfrage im Zeitraum vom 4. bis 17. Juni durchgeführt.