Türkische Auslandsaktiva schrumpfen auf 439 Milliarden Dollar – Netto-Auslandsposition weiter tiefrot

22.04.2026 – 6:30 Uhr

Die finanzielle Lage der Türkei gegenüber dem Ausland hat sich im Februar leicht verschlechtert. Wie aus den am 20. April veröffentlichten Daten der türkischen Zentralbank hervorgeht, verringerte sich der Bestand der Auslandsaktiva im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent auf 439,1 Milliarden US-Dollar.

Zeitgleich sanken auch die Verbindlichkeiten gegenüber Gebietsfremden, allerdings in geringerem Umfang. Sie gingen um 0,5 Prozent auf 786,8 Milliarden US-Dollar zurück. Die daraus resultierende Netto-Auslandsposition (International Investment Position, IIP), also die Differenz zwischen Gesamtforderungen und Gesamtverbindlichkeiten, wies zum Stichtag Ende Februar ein Minus von 347,6 Milliarden US-Dollar auf.

Bei der Analyse der Vermögenswerte zeigten sich gegenläufige Entwicklungen. Während die türkischen Direktinvestitionen im Ausland um 1,2 Prozent auf 76,8 Milliarden US-Dollar zulegten, verringerte sich der Posten „Sonstige Investitionen” um 0,4 Prozent auf 145,6 Milliarden US-Dollar. Besonders auffällig war der Rückgang der Fremdwährungseinlagen inländischer Banken, die um 2,0 Prozent auf 42,5 Milliarden US-Dollar abschmolzen.

Auf der Passivseite verzeichnete die Zentralbank einen Rückgang der Direktinvestitionen aus dem Ausland. Bedingt durch den Kursverfall des türkischen Leitindex BIST 100 schrumpfte dieser Wert um 2,2 Prozent auf 226,2 Milliarden US-Dollar. Die Portfolioinvestitionen ausländischer Anleger stiegen hingegen leicht um 0,8 Prozent auf 153,4 Milliarden Dollar an. Der Wert der sonstigen Verbindlichkeiten blieb mit 407,2 Milliarden Dollar nahezu unverändert (ein Minus von 0,1 Prozent).

Im Bereich der Portfolioinvestitionen meldete die Zentralbank zudem einen leichten Rückgang bei den inländischen Staatsschuldtiteln. Diese fielen um 1,2 Prozent auf 22,1 Milliarden US-Dollar.