Türkische Anleger investieren Milliarden im Ausland: Immobilien-Boom erreicht Rekordniveau

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27.08.2026 – 7:00 Uhr

ISTANBUL – Türkische Anleger investieren zunehmend in Immobilien außerhalb des eigenen Landes. Im zweiten Quartal 2026 erreichten die Immobilieninvestitionen türkischer Anleger im Ausland 2,6 Milliarden US-Dollar. Damit lagen sie laut dem Direct Investments Bulletin der türkischen Wirtschaftsdenkfabrik TEPAV rund zehnmal über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Als wichtigste Gründe nennt der Bericht die längeren Amortisationszeiten auf dem türkischen Immobilienmarkt sowie die Suche nach Renditen in ausländischen Währungen.

Golden Visa und Steuervorteile locken Anleger

Zusätzlichen Schub erhalten Auslandsinvestitionen durch finanzielle und regulatorische Anreize. Dazu gehören insbesondere Golden-Visa-Programme europäischer Länder sowie steuerliche Vorteile, die beispielsweise Dubai bietet.

Immobilien blieben auch im zweiten Quartal das wichtigste Ziel türkischer Direktinvestitionen im Ausland. 44,8 Prozent der gesamten Auslandsinvestitionen flossen in den Immobiliensektor. Weitere 14,2 Prozent entfielen auf das Baugewerbe.

Türkei verzeichnet Nettoabfluss bei Direktinvestitionen

Insgesamt verzeichnete die Türkei im zweiten Quartal einen Nettoabfluss von 0,9 Milliarden Dollar bei den Direktinvestitionen. Im Vorjahreszeitraum hatte es dagegen noch einen Nettozufluss von 0,9 Milliarden Dollar gegeben.

Den 1,6 Milliarden Dollar an ausländischen Direktinvestitionen in die Türkei standen im zweiten Quartal 2,5 Milliarden Dollar an türkischen Direktinvestitionen im Ausland gegenüber.

Ausländer kaufen weniger Immobilien in der Türkei

Gleichzeitig ging das Interesse ausländischer Käufer am türkischen Immobilienmarkt zurück. Im zweiten Quartal wurden 4.918 Wohnungen an Ausländer verkauft, 3,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Istanbul blieb mit einem Anteil von 43 Prozent das wichtigste Ziel ausländischer Immobilienkäufer. Antalya folgte mit 32 Prozent.

Die meisten Immobilien erwarben russische Staatsbürger mit 912 Wohnungen. Dahinter lagen Käufer aus dem Iran mit 395 und aus der Ukraine mit 347 Immobilien.

Während ausländische Käufer in der Türkei etwas zurückhaltender werden, setzen türkische Anleger verstärkt auf Immobilienmärkte im Ausland – und verschieben damit Milliardenbeträge über die Landesgrenzen.