Türkische Anleger im Stresstest: Staatsanleihen im Juni mit höchster Realrendite – Gold verliert deutlich

10.07.2026 – 6:35 Uhr

Wer im Juni auf Gold setzte, erlebte ein böses Erwachen. Während türkische Staatsanleihen Anlegern eine satte Rendite bescherten, verbrannte das Edelmetall massiv Kapital. Dies geht aus den aktuellen Daten des türkischen Statistikinstituts hervor. Sie zeichnen ein differenziertes Bild der Gewinner und Verlierer im Schatten der hohen Inflation.

Im Mittelpunkt der monatlichen Betrachtung stehen die realen Renditen, also der Gewinn nach Abzug der Inflation. Für den Monat Juni zeigt sich ein klarer Sieger: Die türkischen Staatsanleihen, sogenannte Devlet İç Borçlanma Senetleri (DİBS), erwirtschafteten inflationsbereinigt den höchsten Zuwachs. Auf Basis der Erzeugerpreise (Yİ-ÜFE) betrug der reale Ertrag 1,60 Prozent, gemessen an den Verbraucherpreisen (TÜFE) sogar 2,42 Prozent.

Deutlich düsterer sah es für Besitzer von physischem Gold aus. Der Goldbarren verbuchte im Juni herbe reale Verluste: Unter Berücksichtigung der Erzeugerpreise schrumpfte der Wert um 7,39 Prozent, auf Verbraucherpreisbasis um 6,64 Prozent. Auch der türkische Leitindex BIST 100 musste Federn lassen und verlor real 3,13 Prozent (Yİ-ÜFE) bzw. 2,36 Prozent (TÜFE).

Das Blatt wendet sich jedoch, sobald der Anlagehorizont gestreckt wird. In der Dreimonatsbilanz schiebt sich die Brutto-Sparverzinsung an die Spitze. Wer sein Geld auf dem Konto parkte, erzielte einen realen Gewinn von 1,22 Prozent (Yİ-ÜFE) beziehungsweise 2,07 Prozent (TÜFE). Gold blieb dagegen das Schlusslicht des kurzfristigen Rankings und büßte in drei Monaten real mehr als 16 Prozent ein.

Ein völlig anderes Bild offenbart der Blick auf die vergangenen sechs Monate. Hier thront der Aktienindex BIST 100 mit realen Kursgewinnen von 8,70 Prozent (Yİ-ÜFE) bzw. 7,16 Prozent (TÜFE) an der Spitze. Erneut ist es das Edelmetall, das enttäuscht: Gold rangiert im Halbjahresvergleich mit Verlusten von rund neun Prozent am unteren Ende der Skala.

Die Jahresbilanz zementiert die Position der Börse schließlich. Mit einem realen Plus von 17,93 Prozent (Yİ-ÜFE) beziehungsweise 14,34 Prozent (TÜFE) bleibt der BIST 100 auf Sicht von zwölf Monaten der unangefochtene Spitzenreiter. Interessant ist der Positionswechsel des Goldes: Das einstige Monats-Schlusslicht wandelt sich plötzlich zum soliden Gewinner. Auf Jahressicht erzielte der Goldbarren eine reale Rendite von 16,14 Prozent nach Erzeuger- und von 12,60 Prozent nach Verbraucherpreisen.

Die großen Verlierer im Zwölfmonatszeitraum waren hingegen Devisen. Sowohl der US-Dollar als auch der Euro kosteten Anleger real spürbare Beträge. Der Dollar schrumpfte inflationsbereinigt um 8,48 Prozent (Yİ-ÜFE) bzw. 11,26 Prozent (TÜFE) und auch der Euro verlor ähnlich stark an Wert.