Obwohl die Preise auf den ersten Blick kräftig angestiegen sind, haben sich Wohnimmobilien in der Türkei im Oktober real, also unter Berücksichtigung der Inflation, verteuert. Das geht aus aktuellen Daten der türkischen Zentralbank vom Freitag hervor.
Der Wohnimmobilienpreisindex (RPPI) stieg im Oktober um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und verbuchte einen jährlichen Anstieg von 31,6 Prozent in nominaler Höhe. Bereinigt um die Inflationsrate ergibt sich für den vergangenen Oktober jedoch ein realer Wertverlust von einem Prozent. Das bedeutet, dass die Kaufkraft des Geldes stärker sank als die nominellen Preise stiegen.
Großstädte mit unterschiedlicher Dynamik
In den drei größten Städten des Landes stiegen die Preise im Monatsvergleich unterschiedlich stark: In Istanbul legte der Index um 2,7 Prozent zu, in Ankara um ein Prozent und in Izmir um 1,8 Prozent. Im Jahresvergleich verzeichnete Ankara mit 38,4 Prozent den höchsten nominellen Zuwachs aller Regionen, gefolgt von Istanbul mit 32,4 Prozent und Izmir mit 30,7 Prozent. Die Region Aydın-Denizli-Muğla meldete mit 23,1 Prozent den niedrigsten jährlichen Anstieg.
Neubauten verteuerten sich mit 33,4 Prozent stärker als Bestandsimmobilien, die einen Anstieg von 31,34 Prozent verzeichneten.
Auch Gewerbeimmobilien von realem Wertverlust betroffen
Bereits früher in der Woche hatte die Zentralbank ähnliche Trends für den Gewerbeimmobilienmarkt gemeldet. So stieg der Preisindex für gewerbliche Immobilien (CPPI) im dritten Quartal 2025 im Quartalsvergleich um 5,3 Prozent und nominell um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In der realen Betrachtung zeigte sich auch hier ein Rückgang, und zwar um 2,4 Prozent.
In Istanbul, dem Handels- und Finanzzentrum des Landes, stiegen die Preise für Gewerbeimmobilien im Jahresvergleich um 23,3 Prozent. In Ankara und Izmir waren es 32 bzw. 31,9 Prozent.