Die türkische Wirtschaft hat zu Jahresbeginn spürbar an Schwung verloren. Wie das Statistikamt TurkStat am Montag mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 2,5 Prozent zu. Damit verlangsamte sich das Wachstumstempo deutlich gegenüber dem Vorquartal (3,4 Prozent) und blieb zugleich hinter den Markterwartungen von 2,7 Prozent zurück.
In absoluten Zahlen belief sich das BIP zu laufenden Preisen auf 16,99 Billionen Türkische Lira (umgerechnet rund 389,6 Milliarden US-Dollar), was einem nominalen Anstieg von 35,7 Prozent entspricht. Dieser Anstieg wird maßgeblich von der hohen Inflation getrieben.
Ein genauerer Blick auf die einzelnen Branchen offenbart ein geteiltes Bild: Während der Dienstleistungssektor die Konjunktur stützt, gerät die Industrie zunehmend unter Druck. Die Wertschöpfung im Bereich Information und Kommunikation kletterte mit plus 9,5 Prozent am stärksten. Ebenfalls solide entwickelten sich sonstige Dienstleistungen (+5,2 Prozent) sowie Land- und Forstwirtschaft und Fischerei (+4,6 Prozent). Handel, Verkehr, Gastgewerbe und Beherbergung wuchsen um 3,7 Prozent.
Dagegen schrumpfte der industrielle Sektor um 0,8 Prozent und belastete damit das Gesamtergebnis.
Auf der Verwendungsseite erwies sich der private Konsum weiterhin als zentrale Stütze. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte stiegen im Jahresvergleich um 4,8 Prozent, der staatliche Konsum legte um 2,1 Prozent zu. Die Bruttoanlageinvestitionen erhöhten sich um 3,0 Prozent.
Einen empfindlichen Dämpfer verzeichnete hingegen der Außenhandel. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen brachen gegenüber dem Vorjahresquartal um 12,7 Prozent ein. Die Importe sanken um 2,0 Prozent, was per saldo eine Belastung für das Wirtschaftswachstum darstellte.