Türkei verzeichnet im März deutlichen Anstieg der Ölimporte – Russland wichtigster Lieferant

22.05.2026 – 6:30 Uhr

Die Türkei hat im März 2025 deutlich mehr Öl und Mineralölprodukte eingeführt. Gleichzeitig kurbelte eine höhere Raffinerieauslastung die heimische Produktion an, während das Exportgeschäft ein gespaltenes Bild zeigte: Während die Ausfuhren von Flugkraftstoffen massiv stiegen, brachen die Diesellieferungen ins Ausland drastisch ein.

Laut der türkischen Energiemarkt-Regulierungsbehörde (EPDK) stiegen die gesamten Importe von Öl und Erdölprodukten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,8 Prozent auf 4,12 Millionen Tonnen. Rohöl war das Zugpferd: Dessen Einfuhren legten um 11,8 Prozent auf 2,8 Millionen Tonnen zu. Die Importe von Dieselkraftstoff gingen hingegen um 6,3 Prozent auf rund 988.000 Tonnen zurück.

Russland behauptete seine Stellung als mit Abstand wichtigster Lieferant. Das Land führte rund 2,05 Millionen Tonnen Rohöl und Produkte in die Türkei aus. Aus dem Irak kamen etwa 705.000 Tonnen und aus Kasachstan rund 345.000 Tonnen.

Die Inlandsnachfrage zog spürbar an. So stieg der Absatz von Benzin um 8,1 Prozent auf circa 480.000 Tonnen. Insgesamt wurden mit 2,88 Millionen Tonnen 7,9 Prozent mehr Mineralölprodukte im Inland verkauft als im Vorjahresmonat. Der Dieselabsatz, der den Löwenanteil des Verbrauchs ausmacht, kletterte ebenfalls um 8,1 Prozent auf 2,26 Millionen Tonnen.

Hinter dem Nachfrageplus steht eine hochgefahrene heimische Produktion. So steigerten die türkischen Raffinerien ihren Gesamtausstoß an Erdölprodukten um 16,5 Prozent auf 3,59 Millionen Tonnen. Besonders stark legten die Produktionsmengen von Flugkraftstoff (plus 26,1 Prozent auf rund 680.000 Tonnen) und Benzin (plus 20,3 Prozent auf etwa 528.000 Tonnen) zu. Die Dieselproduktion erhöhte sich dagegen nur moderat um 4,3 Prozent auf 1,47 Millionen Tonnen.

Im Außenhandel zeigten sich extreme, gegenläufige Trends. So schossen die Exporte von Flugzeugtreibstoff um 41,1 Prozent auf fast 683.000 Tonnen in die Höhe. Die Ausfuhren von Dieselkraftstoff brachen dagegen um mehr als zwei Drittel (minus 68,4 Prozent) auf knapp 141.000 Tonnen ein. Auch die Exporte von Schiffskraftstoff sanken um 21 Prozent auf rund 76.000 Tonnen. Die Benzinausfuhren legten hingegen um 53,3 Prozent auf rund 21.000 Tonnen zu.