Die türkische Wirtschaft soll in den kommenden Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorne machen. Wie Handelsminister Ömer Bolat am Donnerstag beim Wirtschaftsforum Türkei-Aserbaidschan-Georgien in der georgischen Stadt Tsinandali prognostizierte, soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis zum Jahr 2026 auf 1,6 Billionen Dollar ansteigen.
Wie Bolat in seiner Rede weiter ausführte, würde das BIP damit sechsmal so hoch liegen wie im Jahr 2002, als die Regierungspartei AKP unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan an die Macht kam. Auch beim Pro-Kopf-Einkommen zeigte sich der Minister optimistisch. Dieses werde in diesem Jahr voraussichtlich 18.000 Dollar erreichen. Dieser Wert wäre fünfeinhalb Mal höher als im Referenzjahr 2002, wodurch sich die Türkei laut Bolat als die fünftgrößte Volkswirtschaft Europas positionieren würde.
Kaukasus-Treffen als Wirtschaftsdrehscheibe
Bolat bezeichnete das Treffen als „Davos des Kaukasus“ und hob die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit hervor. Die Veranstaltung biete eine Plattform, um die bilateralen Beziehungen sowohl auf Regierungsebene als auch zwischen Wirtschaftsvertretern weiter zu vertiefen.
Die geostrategische Lage der drei Nachbarländer Türkei, Aserbaidschan und Georgien sei ein entscheidender Standortvorteil. Sie befinden sich „im Zentrum des weltweiten Energietransfers und der Logistikrouten“. Der Kaukasus ist zudem eine Region, in der verschiedene Kulturen aufeinandertreffen, und fungiert als wichtiges Bindeglied zwischen Ost und West sowie Nord und Süd.
Fokus auf Infrastruktur und Zukunftstechnologien
Für die Zukunft setzt Ankara große Hoffnungen auf eine Ausweitung des internationalen Handels und der Investitionskooperationen. Bolat nannte in diesem Zusammenhang die Bereiche Hafen- und Fluglinienbetrieb sowie die zukunftsweisenden Felder Informationstechnologie und Künstliche Intelligenz explizit.
Die Regierungen der beteiligten Länder stünden in der Pflicht, die Weichen für eine noch engere wirtschaftliche Integration zu stellen. Es sei ihre Aufgabe, „den Weg zu ebnen und die Minen auf dem Weg für die Unternehmen zu räumen“, sagte der Minister wörtlich.