Türkei und EU starten neuen Wirtschafts-Anlauf – 6 Millionen Euro für gemeinsame Sache

23.01.2026 – 7:00 Uhr

In einem neuen Anlauf zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen haben die Türkei und die Europäische Union ein millionenschweres Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen. Die Union der Handels- und Industriekammern der Türkei (TOBB) und der europäische Kammerverband Eurochambres haben am Samstag in Istanbul das Projekt „Türkei-EU Business Dialogue 2“ (TEBD 2) lanciert.

Das von der Europäischen Kommission mit sechs Millionen Euro finanzierte Vorhaben hat eine Laufzeit bis 2027 und umfasst Kammern aus der Türkei sowie aus elf EU-Mitgliedstaaten. Geplant sind 18 Teilprojekte, die sich auf energieeffizientes Wirtschaften, nachhaltiges Wachstum und die Angleichung an das EU-Recht (Acquis) konzentrieren.

TOBB-Präsident M. Rifat Hisarcıklıoğlu, der auch Vizepräsident von Eurochambres ist, nannte die Schwerpunkte „grüne und digitale Transformation, Entwicklung des Start-up-Ökosystems, Landwirtschaft, Lebensmittel, ländliche Entwicklung und nachhaltiger Tourismus“. In einer Zeit globaler Unsicherheiten betonte er die zentrale Rolle der Türkei in europäischen Lieferketten. Die türkische verarbeitende Industrie und Rüstungsbranche könnten seiner Meinung nach die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit der EU stärken.

Gemeinsame Durchbrüche seien in den Bereichen Fintech, künstliche Intelligenz und digitale Innovation möglich. Dafür sei eine verstärkte Einbindung in EU-Programme wie „Horizont Europa“ und „Digitales Europa“ nötig. Der wichtigste Schritt zur Vertiefung der Beziehungen sei jedoch eine dringend benötigte Modernisierung der bestehenden Zollunion, da das aktuelle Abkommen den heutigen Handels- und Investitionsanforderungen nicht mehr gerecht werde.

Das TEBD-2-Projekt baut auf einer seit 2002 laufenden Kooperation auf. Ziel ist es, die Dienstleistungsfähigkeit türkischer Kammern zu verbessern und die Geschäftsbeziehungen über das Mittelmeer hinweg zu festigen.