Der türkische Energiekonzern “Türkiye Petrolleri” (TPAO) und der britische Öl- und Gaskonzern BP intensivieren ihre Zusammenarbeit. Bei einem Treffen in Istanbul unterzeichneten beide Parteien ein Memorandum of Understanding, das eine Zusammenarbeit bei der Förderung und Erkundung von Öl- und Erdgasvorkommen vorsieht. Wie der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar mitteilte, steht dabei vor allem der Irak im Fokus.
„Unser prioritäres Projekt ist die Zusammenarbeit im Irak, insbesondere in den Feldern von Kirkuk“, sagte Bayraktar im Anschluss an die Unterzeichnungszeremonie. Die Absichtserklärung umfasst jedoch ein geografisch breites Spektrum. So sollen auch mögliche gemeinsame Projekte in Libyen geprüft werden. Darüber hinaus blicken beide Unternehmen auf die zentralasiatischen Staaten Kasachstan und Aserbaidschan.
Die Vereinbarung dient als Rahmen für die internationale Zusammenarbeit. Sie umfasst die Erschließung vorhandener Förderstätten, die Bewertung neuer Explorationsgebiete sowie den Ausbau von Exportkapazitäten und Transportinfrastruktur. Es ist das neueste einer Reihe von Abkommen der TPAO mit internationalen Partnern. Erst kürzlich hatte die Türkei nach 17 Jahren wieder an einer Förderrunde in Libyen teilgenommen und zwei Blöcke erhalten. Zudem bestehen bereits Absichtserklärungen mit den US-amerikanischen Konzernen Chevron und ExxonMobil für mögliche Explorationen im östlichen Mittelmeer und im Schwarzen Meer.
Bayraktar betonte den strategischen Wert des Abkommens für die nationalen Förderziele. Die TPAO strebt bis 2028 eine Tagesproduktion von etwa 500.000 Barrel Öläquivalent an. Mittelfristig solle diese auf eine Million Barrel pro Tag gesteigert werden.
Der Minister deutete zudem eine weitere, weitreichendere Vereinbarung an, die bereits in der kommenden Woche unterzeichnet werden soll. Dabei handele es sich um ein konkretes Abkommen mit einem klar definierten Partnerland, das eine direkte Unternehmensbeteiligung vorsehe. Details zu Ort und Partner nannte er nicht.