Während die Vorbereitungen für die UN-Klimakonferenz in Antalya laufen, ist die Türkei einer exklusiven Staatengruppe beigetreten, die den globalen Markt für CO₂-Zertifikate grundlegend reformieren will. Wie die „Coalition to Grow Carbon Markets“ am 6. August mitteilte, umfasst die von Regierungen geführte Initiative nun 14 Mitglieder.
Neben der Türkei schlossen sich auch Ghana und Luxemburg dem Bündnis an. Ziel der im vergangenen Jahr von fünf Staaten gegründeten Koalition ist es, die Nachfrage von Unternehmen nach sogenannten „High-Integrity“-CO₂-Zertifikaten zu stärken. Bis 2030 soll ein Markt etabliert werden, der jährlich zusätzliche Klimafinanzierungen von mehr als 50 Milliarden Dollar mobilisiert.
Dem zwischenstaatlichen Gremium gehören sowohl Anbieter- als auch Nachfragerstaaten von Emissionsgutschriften an. Zu den bisherigen Mitgliedern zählen Kanada, Frankreich, Indonesien, Neuseeland, Panama, Peru, die Schweiz und Sambia. Den Vorsitz teilen sich Kenia, Singapur und das Vereinigte Königreich.
Der Beitritt der Türkei erfolgt wenige Monate vor der COP31, die vom 9. bis 20. November in Antalya stattfinden wird. Experten erwarten, dass die Themen Klimafinanzierung und die Umsetzung bereits bestehender Zusagen im Zentrum der Verhandlungen stehen werden. Die Türkei hatte im vergangenen Jahr ihr erstes nationales Klimagesetz verabschiedet und damit die rechtlichen Grundlagen für einen eigenen CO₂-Markt geschaffen.
Murat Kurum, türkischer Minister für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel sowie designierter COP31-Präsident, erklärte, dass eine koordinierte Führung unter den Staaten unerlässlich sei, um das Potenzial der Kohlenstoffmärkte auszuschöpfen. Die Türkei sei stolz darauf, dem Bündnis beizutreten, um Unternehmen die notwendige Klarheit über die Rolle von CO₂-Zertifikaten zu verschaffen und dringend benötigte Investitionen in globale Emissionsminderungen anzukurbeln.