Türkei: Tourismussektor in „Abwartehaltung“ wegen regionaler Spannungen

31.03.2026 – 6:35 Uhr

ISTANBUL (DHA) – Angesichts neuer regionaler Spannungen nimmt der Tourismussektor in der Türkei eine „Abwartehaltung“ ein. Trotz der anhaltenden Russland-Ukraine-Krise in den vergangenen vier Jahren konnte die Branche regelmäßig Rekorde bei Besucherzahlen und Einnahmen verzeichnen. Nun stellt der von den USA und Israel gegen Iran geführte Krieg eine neue Herausforderung dar.

Erkan Yağcı, Vorsitzender des Türkischen Hoteliersverbands (TÜROFED), erklärte: „Wir analysieren derzeit Best-, Mittel- und Worst-Case-Szenarien und planen, wie sowohl private Unternehmen als auch öffentliche Institutionen reagieren sollten.“ Ziel sei es, den Prozess mit minimalem Schaden zu durchlaufen.

Yağcı betonte, dass die Türkei auch im schlimmsten Szenario zu den am wenigsten betroffenen Ländern zählen werde, dank langjähriger internationaler Partnerschaften, starker Kooperation zwischen öffentlichem und privatem Sektor sowie einem robusten Inlandstourismus.

Kaan Kavaloğlu, Präsident des Mittelmeerischen Touristik-Hoteliers- und Betreiberverbands (AKTOB), äußerte Besorgnis über negative Wahrnehmungen: „Es gibt eine Kampagne, die uns fälschlicherweise als Epizentrum des Krieges darstellt. Das ist sehr störend. April wird schwierig, aber ich glaube, das System wird sich bis Mai erholen.“

Er forderte eine aggressivere Marketingstrategie, um den Herausforderungen entgegenzuwirken.

Für 2026 strebt die Türkei 68 Milliarden Dollar Tourismuseinnahmen an.