Die Türkei hat ihre Kapazität zur Erzeugung erneuerbarer Energien in den vergangenen fünf Jahren massiv ausgebaut. Wie aus Daten der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) hervorgeht, stieg die installierte Leistung von 49.195 Megawatt im Jahr 2020 auf 76.300 Megawatt Ende 2025 – ein Plus von 55 Prozent.
Hinter diesem Zuwachs steht eine gezielte Förderung von Wind- und Solarenergie. Laut dem Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen waren am 2. Juni insgesamt 408 Windkraftanlagen sowie 40.457 Solarkraftwerke am Netz. Deren kombinierte Kapazität belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 41.944 Megawatt.
Besonders die Windkraft verzeichnete ein rasantes Wachstum. Während die installierte Leistung im Jahr 2005 noch bei lediglich 20 Megawatt lag, wurde zuletzt die Marke von 15.105 Megawatt übertroffen. Damit trug Windenergie im Jahr 2025 rund 10,9 Prozent zur gesamten türkischen Stromproduktion von 393 Milliarden Kilowattstunden bei.
Neben der reinen Stromproduktion hat sich die Türkei auch als Produktionsstandort für die Branche etabliert. Inländische Fertigungsstätten sind in der Lage, Türme, Rotorblätter, Generatoren, Getriebe sowie zahlreiche Nebenkomponenten für Windkraftanlagen zu produzieren. Ein erheblicher Teil dieser Ausrüstung wird exportiert, vor allem nach Europa.
Auch in der Solartechnik hat das Land seine Position gestärkt. Die Türkei zählt seit Jahren zu den wichtigen Herstellern von Solarmodulen. Durch jüngste Investitionen hat sie zudem Fortschritte in der Produktion von Solarzellen und Wafern erzielt und bewegt sich damit von der reinen Modulmontage hin zu technologisch höherwertigen Fertigungsstufen.