Türkei rüstet sich mit scharfem Regelwerk gegen invasive Arten

26.02.2026 – 6:30 Uhr

Die Türkei will künftig rigoroser gegen die Einschleppung gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten vorgehen. Eine neue Verordnung des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, die im Amtsblatt veröffentlicht wurde, sieht den Aufbau einer landesweiten Überwachung sowie die Erstellung einer nationalen Schwarzen Liste vor.

Ziel der neuen Regelung ist es, sowohl die absichtliche als auch die unbeabsichtigte Einfuhr invasiver Arten zu verhindern und ihre Ausbreitung einzudämmen. Seit langem warnen Experten, dass eingeschleppte Arten heimische Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen können, indem sie einheimische Arten verdrängen oder Lebensräume zerstören.

Die Aufnahme einer Spezies in die Verbotsliste erfolgt künftig auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien. Demnach muss der Nachweis erbracht werden, dass ein Organismus in der Türkei nicht heimisch ist und sich unter den aktuellen Bedingungen – sowie unter Berücksichtigung des Klimawandels – an Land oder im Wasser ansiedeln und ausbreiten kann.

Die Umsetzung der Maßnahmen sieht einen konkreten Zeitplan vor. So soll die zuständige Naturschutzbehörde innerhalb von 36 Monaten nach Veröffentlichung der Liste ein nationales Monitoringsystem etablieren. Mithilfe von Erhebungen und speziellen Beobachtungsprogrammen sollen Daten zum Vorkommen invasiver Arten gesammelt werden. Bei akuten Gefahren sollen zudem gezielte Tilgungs- und Kontrollmaßnahmen eingeleitet werden, um eine weitere Ausbreitung zu stoppen. Die Artenliste selbst soll regelmäßig aktualisiert werden, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können.