Die Türkei hat einen bedeutenden Schritt in Richtung impfstoffpolitischer Unabhängigkeit vollzogen. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums wurde die komplette Formulierung und Abfüllung des Hepatitis-A-Impfstoffs erstmals erfolgreich im Inland gestartet. Der lokal hergestellte Impfstoff wird demnach bereits flächendeckend in allen 81 Provinzen des Landes eingesetzt.
Das Vakzin bietet Schutz gegen das Hepatitis-A-Virus, das über kontaminierte Lebensmittel und Wasser übertragen wird und schwere Leberentzündungen auslösen kann. Die Impfung hilft dem Körper, eine Immunität aufzubauen, und verhindert so Erkrankungen sowie mögliche Ausbrüche.
Hepatitis A wurde bereits im Jahr 2012 in den nationalen Impfkalender aufgenommen. Seitdem ist die Inzidenz der Krankheit nach Angaben des Ministeriums drastisch gesunken, sie liegt inzwischen unter dem europäischen Durchschnitt und gehört zu den niedrigsten Raten weltweit.
Im Rahmen des staatlichen Immunisierungsprogramms werden in der Türkei routinemäßig Schutzimpfungen gegen 13 Krankheiten verabreicht, darunter Masern, Kinderlähmung, Tuberkulose sowie Hepatitis A und B. Ein im April des vergangenen Jahres eingeführter Sechsfach-Kombinationsimpfstoff, der unter anderem vor Diphtherie und Hepatitis B schützt, wird weiterhin bei Kindern angewendet.
Das Ministerium teilte außerdem mit, dass die Bestrebungen zur kompletten Eigenproduktion aller im nationalen Impfplan enthaltenen Vakzine fortgesetzt würden. Ein besonderer Fokus liege hierbei auf Impfstoffen wie dem Tollwut-Schutz. Die Routine-Immunisierungen werden in Familiengesundheitszentren, Krankenhäusern und spezialisierten öffentlichen Gesundheitseinrichtungen landesweit kostenlos verabreicht.