ANKARA – Die Türkei setzt künftig auf die Nutzung von Hochwasser, um die wachsende Wasserknappheit im Land zu bekämpfen. Im Rahmen des neuen Nationalen Wasserplans (2026–2035) sollen Überschwemmungswasser sowohl ober- als auch unterirdisch gespeichert und effizient verwaltet werden.
Der Plan definiert 8 Hauptziele, 31 Strategien und 141 Maßnahmen, um die Wassersicherheit angesichts des Klimawandels und steigender Nachfrage zu stärken. Die Türkei wird bereits als „wasserbelastetes“ Land eingestuft, und Prognosen warnen vor zunehmender Wasserknappheit durch Bevölkerungswachstum und klimatische Veränderungen.
Zu den zentralen Maßnahmen gehört die Erfassung von Hochwasser als Ressource, die Überwachung und der Schutz von Wassereinzugsgebieten sowie die Evaluierung der Auswirkungen des Klimawandels auf Meere, Küsten, Seen und Feuchtgebiete. Zudem sollen schwimmende Solarkraftwerke auf Stauseen die Verdunstung von Wasser reduzieren.
Die Landwirtschaft, die rund 79 % des Wasserverbrauchs ausmacht, wird durch modernisierte Bewässerungssysteme effizienter gestaltet. Forschung zu dürreresistenten Nutzpflanzen, Bodenschutztechniken und der sicheren Wiederverwendung von behandeltem Abwasser wird intensiviert.
Bis 2030 soll zudem ein nationales Hochwasserwarnsystem installiert werden, das Ereignisse bis zu 72 Stunden im Voraus prognostizieren kann. Weitere Maßnahmen umfassen die Stärkung der Grundwasserüberwachung, den Ausbau von Kläranlagen, die Vermeidung von Schadstoffeinträgen sowie Investitionen in Dämme und Reservoirs. Speziell gefährdete Seen erhalten eigene Schutzpläne.