Türkei plant bis 2035 Energieinvestitionen von 200 Milliarden Dollar

02.09.2026 – 6:30 Uhr

Die Türkei will bis 2035 rund 200 Milliarden US-Dollar in die Energiewende investieren. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Strominfrastruktur sowie Investitionen in Wind- und Solarenergie, Kernkraft, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Das geht aus dem „Energy Sector Report 2026“ hervor, der vom Investment and Finance Office der türkischen Präsidentschaft gemeinsam mit dem Energieberatungsunternehmen APLUS Enerji Danışmanlık erstellt wurde. Der Bericht skizziert die wichtigsten Schritte und Investitionsmöglichkeiten im türkischen Energiesektor bis 2035.

Wind- und Solarenergie sollen deutlich ausgebaut werden

Nach Prognosen des türkischen Ministeriums für Energie und natürliche Ressourcen soll die installierte Leistung aus Wind- und Solarenergie bis 2035 auf insgesamt 120 Gigawatt steigen.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssten in den kommenden Jahren jährlich rund 8 bis 9 Gigawatt neue Kapazität geschaffen werden.

Der Bericht schätzt den gesamten Finanzierungsbedarf für die Energiewende einschließlich der Investitionen in die Kernenergie auf etwa 200 Milliarden Dollar.

Rund 80 Milliarden Dollar davon sollen in die Modernisierung des Stromnetzes, die Erhöhung der Netzflexibilität sowie in Übertragungs-, Verteilungs- und weitere Netzinfrastruktur fließen.

Die Autoren betonen, dass eine moderne und flexible Strominfrastruktur eine zentrale Voraussetzung dafür ist, die ambitionierten Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien zu erreichen.

Große Chancen für internationale Investoren

Die geplante Investitionspipeline eröffnet laut Bericht zahlreiche Möglichkeiten für internationale Unternehmen und Finanzinvestoren.

Neben der klassischen Stromerzeugung werden insbesondere Batteriespeicher und die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge als stark wachsende Bereiche genannt.

Auf Grundlage von Prognosen unter Verwendung von Daten der türkischen Energiemarktregulierungsbehörde EPDK könnte die Zahl der Elektrofahrzeuge in der Türkei bei einem starken Wachstumsszenario bis 2035 auf rund sieben Millionen steigen.

Auch erneuerbare Energieprojekte, die mit Batteriespeichern kombiniert werden, gelten als wichtiger Zukunftsmarkt.

Türkei setzt auf Offshore-Windkraft

Zu den hervorgehobenen Projekten gehört zudem die Initiative YEKA DÜRES-2026 für Offshore-Windenergie. Sie soll das erste Offshore-Windenergieprogramm der Türkei werden.

Der Bericht untersucht insgesamt sieben Technologiebereiche aus Sicht potenzieller Investoren:

  • Windenergie
  • Solarenergie
  • Batteriespeicher
  • Wasserkraft
  • Geothermie
  • Biomasse
  • Grüner Wasserstoff

Ziel: mehr internationales Kapital für die Energiewende

Vertreter des Investment and Finance Office erklärten, die Studie solle die Sichtbarkeit und Attraktivität des türkischen Energiesektors für internationale Investoren weiter erhöhen. Der Bericht biete einen umfassenden Überblick über Marktbedingungen, regulatorische Rahmenbedingungen und relevante Investitionsparameter.

„Das schnelle Wachstum der Kapazitäten für erneuerbare Energien, die Modernisierung des Stromnetzes, Energieeffizienz, Speicherlösungen und der Ausbau heimischer Produktionskapazitäten bieten Investoren in der Türkei erhebliche Chancen“, sagte Ahmet Burak Dağlıoğlu, Präsident des Investment and Finance Office.

Die Türkei wolle mit ihrer Roadmap zum Ziel der Klimaneutralität bis 2053 internationales Kapital, moderne Technologien und strategische Partnerschaften gezielter für die Energiewende mobilisieren, fügte Dağlıoğlu hinzu.

Mit den geplanten Investitionen würde die Türkei ihre Energieinfrastruktur in den kommenden Jahren grundlegend umbauen und zugleich ihre Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter reduzieren.