Die Türkei will den Kampf gegen das Rauchen verschärfen. Ein Gesetzesentwurf zur Ausweitung der Rauchverbote in geschlossenen Räumen stehe kurz vor dem Abschluss, erklärte Gesundheitsminister Kemal Memişoğlu laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vom Freitag.
„Mit dieser Studie werden wir den Kampf gegen die Tabaksucht im Wesentlichen viel effektiver gestalten“, sagte Memişoğlu. Er rechne damit, dass die neuen Regelungen bald auf die Tagesordnung des Parlaments kommen. Konkrete Details nannte er nicht, verwies aber darauf, dass Raucherentwöhnungskliniken und mobile Einsatztteams im ganzen Land aktiver werden sollen.
Ziel sei eine Politik, die gemeinsam mit der Gesellschaft eine neue Kultur und ein Bewusstsein für gesundheitsförderndes Verhalten schaffe. „Wir müssen Tabak und andere schädliche Gewohnheiten beiseitelegen.“
Die Türkei hat bereits einige der strengsten Tabakkontrollen der Region. So verbot ein Gesetz von 2008 das Rauchen in allen öffentlichen geschlossenen Räumen und 2013 wurde das Verbot auf Privatfahrzeuge ausgeweitet. Trotzdem raucht laut Daten mehr als ein Viertel der Bevölkerung – eine Quote, die höher ist als in den meisten EU-Ländern.
Derzeit müssen Personen, die in geschützten Bereichen rauchen, mit Geldstrafen rechnen. Betreiber von Lokalen, die das Verbot nicht durchsetzen, riskieren noch höhere Sanktionen. E-Zigaretten sind in der Türkei verboten.
Memişoğlu kündigte zudem an, dass in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium auch eine separate Studie zum Zuckerkonsum in Arbeit sei. Übergewicht soll durch Aufklärung über Bewegung und richtige Ernährung in Gesundheitszentren bekämpft werden.