Türkei lockt Firmen mit staatlich finanziertem Jugend-Bonus

30.03.2026 – 7:00 Uhr

Die türkische Regierung bereitet ein umfangreiches Förderpaket vor, um die Einstellung junger Menschen in der Privatwirtschaft massiv zu subventionieren. Ein entsprechender Gesetzentwurf der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) soll dem Parlament in Kürze vorgelegt werden.

Kernstück der geplanten Regelung ist ein neues Unterstützungsmodell, das über die Arbeitslosenversicherung finanziert wird. Arbeitgeber in der Privatwirtschaft, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, sollen künftig finanzielle Anreize erhalten, wenn sie Arbeitslose im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die bei der türkischen Arbeitsagentur (İŞKUR) registriert sind, einstellen.

Der Entwurf sieht zwei verschiedene Förderoptionen vor. Bei der ersten Variante übernimmt der Staat für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten den gesamten Nettolohn (gedeckelt auf den Mindestlohn) sowie die kompletten Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Die zweite Variante zielt auf eine längere Bindung ab. Hier können Unternehmen über einen Zeitraum von bis zu 18 Monaten einen Zuschuss in Höhe der Hälfte des Netto-Mindestlohns sowie eine hälftige Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge erhalten.

Um die Zielgenauigkeit der Maßnahme sicherzustellen, sind die Voraussetzungen streng gefasst. Gefördert werden junge Menschen, die nicht an einer Hochschule eingeschrieben sind und maximal 90 Tage lang sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Von der Regelung ausgeschlossen sind Ausländer:innen sowie Personen mit einem Arbeitsverhältnis im Ausland.

Die Finanzierung des Programms erfolgt aus dem staatlichen Arbeitslosenversicherungsfonds, der ursprünglich zur Abfederung von Arbeitsmarktrisiken eingerichtet wurde. Durch die Fokussierung auf das verarbeitende Gewerbe setzt die Regierung einen klaren industriepolitischen Akzent.