Die Türkei steht kurz davor, eine umfassende Strategie für kritische Rohstoffe zu verkünden. Das kündigte der türkische Energie- und Rohstoffminister Alparslan Bayraktar am Montag auf einem OECD-Forum in Istanbul an. Im Zentrum der Pläne steht das Beylikova-Vorkommen für Seltene Erden, das Ankara zu den größten der Welt zählt.
Bayraktar sagte, dass bereits mehr als 62 Prozent der installierten Stromkapazität der Türkei aus erneuerbaren Quellen stammten. Bis 2035 peilt das Land einen Ausbau der Wind- und Solarkapazität auf 120 Gigawatt an. Um die Netzstabilität zu sichern, sollen zudem rund 40 Gigawatt an Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) entstehen.
„Dies stellt einen breiten strukturellen Wandel dar, in dessen Zentrum kritische Mineralien stehen”, erklärte der Minister. In der neuen Ära reiche es nicht aus, über Ressourcen zu verfügen – man müsse sie auch verarbeiten können. Genau diese Kombination aus Rohstoffgewinnung, tiefer Weiterverarbeitung und industrieller Hochtechnologie-Wertschöpfung baue die Türkei auf.
Als Grundlage für die geplante Roadmap dient der „Bericht über kritische und strategische Mineralien 2025“. Die Pilotanlage in Beylikova ist bereits in Betrieb und bewegt sich in Richtung industrieller Produktion samt Trenn- und Verarbeitungskapazitäten. Das staatliche Bergbauunternehmen Eti Maden arbeitet intensiv mit Partnern an einer vollständigen Wertschöpfungskette.
Konkret sollen dort Seltenerdoxide für Permanentmagnete produziert werden, die als Schlüsselkomponenten für Windturbinen und Elektromotoren dienen. Einen offiziellen Termin für die Vorstellung der Rohstoffstrategie nannte Bayraktar nicht.