Istanbul/Ankara. Die Türkei verstärkt ihre Bemühungen für nachhaltigen Tourismus und Umweltschutz. Nach Angaben von Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy wurden in den vergangenen acht Jahren rund 12,3 Milliarden Türkische Lira für Umweltgestaltung, Abwasseraufbereitung und Infrastrukturprojekte in Tourismusregionen bereitgestellt.
Auf dem Zero Waste Forum 2026, das unter der Schirmherrschaft von Emine Erdoğan stattfand, stellte Ersoy die Fortschritte des Landes in den Bereichen Abfallvermeidung, nachhaltiger Tourismus und Umweltschutz vor. Dabei betonte er, dass eine nachhaltige Zukunft nur durch konkrete Maßnahmen erreicht werden könne.
Ein zentrales Ziel der Regierung sei es, bis zum Jahr 2030 sämtliche Beherbergungsbetriebe in der Türkei an internationale Nachhaltigkeitsstandards anzupassen. Dazu wurde bereits 2022 in Zusammenarbeit mit dem Global Sustainable Tourism Council (GSTC) das weltweit einzigartige Türkische Programm für nachhaltigen Tourismus eingeführt.
Nach Angaben des Ministers haben inzwischen mehr als 2.000 Beherbergungsbetriebe die höchste Zertifizierungsstufe (GSTC-Stufe 3) erreicht. Alle touristischen Einrichtungen seien verpflichtet, die festgelegten Nachhaltigkeitskriterien innerhalb des vorgesehenen Zeitplans umzusetzen.
Auch im Bereich Gastronomie sind weitere Maßnahmen geplant. So arbeitet das Ministerium derzeit an einem neuen Nachhaltigkeitsrahmen für Lebensmittel- und Getränkedienstleistungen. Zudem sollen innovative Instrumente wie die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks dazu beitragen, die Umweltleistung der Branche weiter zu verbessern.
Ersoy verwies außerdem auf die internationale Stellung der Türkei im Küstenschutz: Mit 580 Stränden mit Blauer Flagge belegt das Land weltweit den dritten Platz. Diese Position solle durch zusätzliche Investitionen und Umweltmaßnahmen weiter gestärkt werden.
Das Zero Waste Forum 2026 brachte Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus zahlreichen Ländern zusammen. Die Veranstalter erwarten, dass das Forum neue Impulse für internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung setzen wird.