Türkei: Inflationsängste der Haushalte steigen rasant – Fast jeder Zweite erwartet weiter steigende Preise

30.03.2026 – 6:30 Uhr

Die Inflationserwartungen der türkischen Bevölkerung haben im März einen neuen Höchststand erreicht. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der türkischen Zentralbank hervorgeht, stieg die für die nächsten zwölf Monate erwartete Teuerungsrate im Vergleich zum Vormonat um 1,08 Prozentpunkte auf nun 48,89 Prozent.

Der Anteil der Haushalte, die für den gleichen Zeitraum mit einem Rückgang der Inflation rechnen, sank demnach deutlich um 5,19 Prozentpunkte auf nur noch 15,14 Prozent.

Als Haupttreiber der Preissteigerungen nannten die Befragten erneut die Bereiche „Nahrungsmittel” und „Treibstoff und Energie”. Diese beiden Gruppen wurden sowohl für die Preisentwicklung des vergangenen Jahres als auch für die der kommenden zwölf Monate am häufigsten genannt. Der Anteil derjenigen, die Nahrungsmittel als die Gruppe mit den stärksten Preissteigerungen ansahen, ging im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,6 Prozentpunkte auf 40,5 Prozent zurück.

Die Erwartungen für den Anstieg von Immobilienpreisen innerhalb des nächsten Jahres gaben hingegen leicht nach: Sie sanken um 0,36 Prozentpunkte auf 35,05 Prozent.

Veränderte Anlagepräferenzen

Die Umfrage zeigt auch ein verändertes Anlageverhalten. So bevorzugen die Haushalte nach wie vor Gold als sicherste Anlageform. Der Anteil der Befragten, die Gold als bevorzugte Anlageform angaben, lag bei 55,2 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. An zweiter Stelle folgt mit deutlichem Abstand die Anlage in Immobilien und Grundstücke: 28,5 Prozent der Befragten würden demnach ein Haus, einen Laden oder ein Grundstück erwerben. Dies entspricht einem Rückgang um 1,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat.

In einer separaten Erhebung zur sektoralen Inflationserwartung, die ebenfalls am Dienstag veröffentlicht wurde, zeigte sich ein gemischteres Bild. Während die Marktteilnehmer ihre Zwölf-Monats-Erwartung nahezu unverändert um 0,07 Prozentpunkte auf 22,17 Prozent anhoben, stieg der Wert im Realwirtschaftssektor um 0,90 Prozentpunkte auf 32,90 Prozent.