In dieser Woche richten sich die Blicke der Finanzmärkte auf die neuen Inflationszahlen für Februar. Diese gelten als wichtiger Gradmesser für die weitere Geldpolitik. Das Türkische Statistikinstitut (TÜİK) will am 3. März die aktuellen Verbraucherpreiszahlen veröffentlichen.
Laut einer Umfrage von AA Finans erwarten Ökonomen einen monatlichen Anstieg der Verbraucherpreise um durchschnittlich 2,87 Prozent. Die Prognosen reichen dabei von 2,3 bis 3,39 Prozent. Sollte sich der Mittelwert bestätigen, dürfte die Jahresinflationsrate von zuletzt 30,65 Prozent im Januar auf rund 31,42 Prozent steigen.
Auch der längerfristige Ausblick bleibt verhalten. Für Ende 2026 rechnen die befragten Experten im Durchschnitt mit einer Inflationsrate von 24,16 Prozent.
Nächster Zinsentscheid rückt näher
Nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten wird die Aufmerksamkeit auf die Geldpolitik gerichtet sein. Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der Zentralbank der Republik Türkei kommt am 12. März zu seiner zweiten Zinssitzung des Jahres zusammen.
Bereits am 22. Januar hatte die Notenbank den Leitzins, den einwöchigen Repo-Satz, von 38 auf 37 Prozent gesenkt. Diese Reduzierung fiel geringer aus als von vielen Marktbeobachtern erwartet, die mit einem Schritt von 150 Basispunkten gerechnet hatten.
Bei der Vorstellung des Inflationsberichts Mitte Februar bekräftigte Notenbankchef Fatih Karahan, dass die straffe geldpolitische Ausrichtung beibehalten werde, um die Zwischenziele zu erreichen. Die vorsichtige Haltung soll über Nachfrage-, Wechselkurs- und Erwartungskanäle den Disinflationsprozess stützen.
Ambitionierte Ziele bis 2028
In ihrem jüngsten Bericht geht die Zentralbank davon aus, dass die Inflationsrate bis Ende 2026 in eine Spanne von 15 bis 21 Prozent sinken könnte. Für Ende 2027 wird ein weiterer Rückgang auf 6 bis 12 Prozent prognostiziert.
Als konkrete Zwischenziele nennt die Notenbank 16 Prozent für 2026, 9 Prozent für 2027 und 8 Prozent für 2028.