Türkei: Immobilienverkäufe sinken im ersten Halbjahr um 10,3 Prozent

15.07.2026 – 6:30 Uhr

Der türkische Immobilienmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Dämpfer erhalten. So sank die Gesamtzahl der Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,3 Prozent auf 1.268.950 Transaktionen. Während die Nachfrage nachließ, stiegen die Staatseinnahmen aus Grundbuchgebühren stark an.

Wie aus aktuellen Daten der Generaldirektion für Grundbuch- und Katasterwesen hervorgeht, ist der Markt nach dem Rekordjahr 2025, in dem mit über 3,3 Millionen Verkäufen ein Allzeithoch erreicht wurde, spürbar abgekühlt. Die monatlichen Verkaufszahlen lagen im Januar bei 204 884, im Februar bei 222 842 und im März bei 200 529 Einheiten. Im April stiegen die Transaktionen auf 234 468, bevor sie im Mai unter dem Einfluss des neuntägigen Opferfestes auf 167 048 einbrachen. Eine Erholung zeigte sich erst im Juni: Mit 239 179 verkauften Immobilien wurde im Jahresvergleich ein Plus von 9,6 Prozent verzeichnet.

Trotz des Rückgangs im Halbjahresverlauf war der Juni der umsatzstärkste Monat des ersten Halbjahres. In den Vorjahren hatten die Verkaufszahlen zum Halbjahr 2024 bei 1,22 Millionen, 2023 bei 1,36 Millionen und im Rekordjahr 2022 bei 1,52 Millionen gelegen.

Finanzamt profitiert von Preisexplosion

Während die Stückzahlen rückläufig sind, verzeichnet der Fiskus einen massiven Geldsegen. Die Einnahmen aus Gebühren, die bei Grundbuchgeschäften anfallen, schnellten um 74,7 Prozent auf 108,9 Milliarden Lira in die Höhe. Allein 103,5 Milliarden Lira davon stammen aus Verkaufstransaktionen. Dies deutet auf eine drastische Diskrepanz zwischen der Zahl der Verkäufe und dem Transaktionswert hin: Offenbar werden weniger Objekte gehandelt, diese jedoch zu massiv gestiegenen Preisen.

Insgesamt wurden in den Grundbuchämtern im ersten Halbjahr 9.735.240 Vorgänge registriert. Neben rund 1,27 Millionen Verkäufen entfielen etwa 613.000 Vorgänge auf Hypotheken, knapp 204.000 auf Erbschaftsübertragungen und rund 82.000 auf Berichtigungen. Darüber hinaus wurden rund 43.600 Enteignungen, 27.100 Grundstücksteilungen, 20.300 Schenkungen, 15.000 Zusammenlegungen und 11.100 Aufteilungsverfahren abgewickelt. Die sonstigen Amtsvorgänge summierten sich auf knapp 7,4 Millionen.