Türkei: Hausverkäufe starten schwach ins Jahr – Ausländer-Anteil schrumpft weiter

22.02.2026 – 7:00 Uhr

Der türkische Immobilienmarkt ist verhalten ins Jahr 2025 gestartet. Wie das türkische Statistikinstitut (TÜİK) am Donnerstag mitteilte, sank die Zahl der verkauften Wohnimmobilien im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent auf 111.480 Einheiten.

Während der Verkauf von Neubauten mit einem Minus von 2,1 Prozent auf 34.069 Objekte vergleichsweise moderat ausfiel, verlief das Geschäft mit Bestandsimmobilien mit einem Rückgang von 5,9 Prozent auf 77.411 Einheiten schwächer. Der Anteil von Neubauten am Gesamtumsatz lag damit bei 30,6 Prozent.

Ein gegenläufiger Trend zeigte sich bei der Finanzierung: Die Zahl der hypothekarisch finanzierten Käufe stieg deutlich um 15,7 Prozent auf 20 263 Transaktionen. Damit machten Kreditkäufe 18,2 Prozent aller Verkäufe aus. Alle anderen Finanzierungsarten verloren hingegen 8,3 Prozent.

Die saisonbereinigten Daten des Instituts zeichnen ein differenzierteres Bild. Im Vergleich zum Vormonat Dezember gingen die Verkaufszahlen sowohl bei Neu- als auch bei Altbauten zurück (minus 6,3 bzw. 4,7 Prozent). Im Vergleich zum Januar 2025 legten die Neubauverkäufe hingegen um 4,2 Prozent zu, während Altbauten nahezu stabil blieben (minus 0,1 Prozent).

Metropolen dominieren, Ausländer bleiben zurückhaltend

Mit großem Abstand an der Spitze der regionalen Auswertung steht die Metropole Istanbul mit 20.412 Verkäufen. Es folgen die Hauptstadt Ankara mit 10 207 Transaktionen sowie die Ägäis-Provinz Izmir mit 6618 verkauften Einheiten.

Während der Inlandsmarkt schwächelt, zieht sich das Auslandsgeschäft weiter zurück. So brach die Zahl der an ausländische Käufer veräußerten Immobilien im Januar im Jahresvergleich um 20,8 Prozent auf lediglich 1.306 Einheiten ein. Der Anteil dieser Kundengruppe am Gesamtmarkt beträgt damit nur noch 1,2 Prozent. Im gesamten Vorjahr lag die Quote bei 1,3 Prozent; die absoluten Verkaufszahlen an Ausländer waren bereits um 9,4 Prozent gesunken.

Staatsangehörige aus Russland stellten auch im Januar die größte Käufergruppe unter den Ausländern. Sie erwarben 219 Immobilien, gefolgt von Iranern mit 118 und Ukrainern mit 77 Transaktionen.

Gewerbeimmobilien im Minus

Auch der Markt für Gewerbeimmobilien verzeichnete einen schwachen Jahresauftakt. Die Verkaufszahlen sanken im Januar um 13,2 Prozent auf 13 267 Einheiten. Auffällig ist auch hier die Entwicklung bei der Finanzierung: Während die Gesamtzahl sank, stiegen die kreditfinanzierten Verkäufe von Gewerbeimmobilien sprunghaft um 73 Prozent auf 576 Fälle an.

Zum Vergleich: Der Gesamtjahresausblick fällt aufgrund eines starken Schlussquartals positiver aus. Im Dezember waren die Verkaufszahlen noch um fast 20 Prozent nach oben geschnellt. Insgesamt wechselten im Jahr 2025 rund 1,69 Millionen Wohnimmobilien in der Türkei den Besitzer, was einem Plus von 14,3 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.