Türkei geht gegen Visa-Tricksereien vor: Werbestopp für Vermittler

14.06.2026 – 12:00 Uhr

Das türkische Handelsministerium hat im boomenden Geschäft mit Visa-Vermittlungen einen drastischen Schnitt gegen irreführende Werbeversprechen gesetzt. Die Werbeaufsichtsbehörde des Ministeriums, der sogenannte Reklam Kurulu, verhängte gegen sechs private Vermittlungsfirmen eine sofortige Anzeigenstopp-Verfügung von bis zu drei Monaten. Der Vorwurf lautet auf systematische Täuschung von Verbrauchern mit falschen Garantien.

In einer schriftlichen Stellungnahme des Ministeriums hieß es, man sei gegen die Unternehmen von Amts wegen vorgegangen. Auslöser waren Hinweise, denen zufolge die Firmen im Internet gezielt mit Versprechungen geworben hatten, die den hochregulierten und oft langwierigen Prozess der Visa-Beschaffung verzerrt darstellten. In der Sitzung des Werberats am 11. Juni 2026 mit der laufenden Nummer 370 wurden demnach die Dossiers der sechs Firmen geprüft.

Die beanstandeten Anzeigen lockten demnach mit markigen Slogans wie „Visa-Termin-Garantie“, „Visum-Garantie“, „Schnell-Antrag“, „lückenlose Unterstützung“, „garantierte Lösung“, „100 % Zusage-Garantie“ oder „schnelle Ergebnis-Garantie“. Die Aufseher werteten diese Aussagen als klaren Verstoß gegen das Verbraucherschutzrecht, da kein privater Dienstleister die Entscheidung einer ausländischen Konsularbehörde tatsächlich beeinflussen oder garantieren könne.

Die nun verhängte Maßnahme ist eine Eilentscheidung. Die offizielle Untersuchung der Vorgänge läuft weiter. Nach Abschluss der Prüfung wird der Werberat ein endgültiges Urteil in den Fällen fällen, das auch deutlich höhere Geldbußen umfassen könnte.

In seiner Erklärung bekräftigte das Ministerium, dass es die Kontroll- und Prüftätigkeit gegen irreführende kommerzielle Werbung und unlautere Geschäftspraktiken in sämtlichen Medien ohne Unterbrechung fortsetzen werde.