Istanbul – Der Verband der türkischen Reisebüros (TÜRSAB) hat rechtliche Schritte eingeleitet, um den Zugang zu mehreren internationalen Online-Buchungsplattformen in der Türkei sperren zu lassen. Betroffen sind unter anderem Airbnb, Expedia, Hotels.com und Agoda. Begründet wird der Schritt mit Verstößen gegen türkische Gesetze und Wettbewerbsregeln.
Nach Angaben von TÜRSAB operieren die ausländischen Plattformen in der Türkei ohne lokale Registrierung, Lizenz oder steuerliche Verpflichtungen. Dadurch verschafften sie sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber inländischen Reisebüros, die strengen gesetzlichen Auflagen unterliegen.
„Unregulierte Anbieter schaden Markt und Verbrauchern“
Nach türkischem Recht dürfen nur registrierte Reiseagenturen Buchungs-, Verkaufs- und Marketingdienstleistungen für touristische Angebote im Land erbringen. TÜRSAB kritisiert, dass globale Plattformen diese Vorgaben umgehen und zugleich den Markt dominieren.
„Diese Anbieter agieren außerhalb jeder Kontrolle, geben sich verbraucherfreundlich, bieten aber keine rechtlich greifbare Anlaufstelle für Beschwerden“, erklärte der Verband. Ziel der Klage sei es nicht nur, die Rechte lizenzierter Reisebüros zu schützen, sondern auch Verbraucherschäden durch unregulierte Angebote zu verhindern.
Weitere Plattformen im Visier
Neben Airbnb, Expedia, Hotels.com und Agoda richtet sich der Antrag auf Zugangssperre auch gegen GetYourGuide, Viator, Isango, ToursByLocals, Trip.com und Musement. TÜRSAB betonte, man werde konsequent gegen alle nicht registrierten Anbieter vorgehen – unabhängig von deren Größe oder Marktmacht.
Der Verband sieht durch die Praktiken der Plattformen sowohl die Integrität des nationalen Tourismussektors als auch staatliche Kontrollmechanismen untergraben. Die rechtliche Initiative sei Teil einer umfassenderen Strategie, um faire Wettbewerbsbedingungen und einen regulierten Tourismusmarkt in der Türkei zu sichern.