Türkei: Gebrauchtwagenmarkt startet mit Rekord ins Jahr 2026 – Preisanstieg schwächt sich ab

24.02.2026 – 6:30 Uhr

Der türkische Gebrauchtwagenmarkt ist mit einem überraschend starken Schwung ins Jahr 2026 gestartet. Entgegen der üblichen saisonalen Flaute verzeichnete die Branche im Januar einen deutlichen Nachfragezuwachs und präsentiert sich damit stabiler als erwartet.

Wie aus aktuellen Daten der türkischen Statistikbehörde TÜİK hervorgeht, wurden im Januar mehr als 582.000 Fahrzeuge verkauft. Dies entspricht einem Anstieg von 5,54 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Es handelt sich um das drittbeste Januar-Ergebnis des letzten Jahrzehnts.

Neuwagenmarkt als Impulsgeber

Als Hauptgrund für den positiven Jahresauftakt gilt der florierende Neuwagenmarkt. Mit einem Plus von 9,14 Prozent auf rund 61.000 Einheiten erreichten die Neuzulassungen ebenfalls eines der höchsten Januar-Niveaus der letzten drei Jahre. Laut Branchenexperten sorgen diese Neuwagenverkäufe für einen verstärkten Zufluss an Gebrauchtfahrzeugen, wodurch das Angebot auf den Zweitmärkten wiederbelebt wird.

„Die Preisstabilisierung Ende 2025 hat die abwartende Haltung vieler potenzieller Käufer beendet“, analysiert Hüsamettin Yalçın, General Manager der Cardata, die Marktentwicklung. Die Verbraucher hätten aufgeschobene Kaufentscheidungen nachgeholt. Der Markt bewege sich mittlerweile auf einer rationaleren Basis und sei nicht länger von spekulativen Tendenzen geprägt.

Inflationsbereinigte Preise sinken

Neben einer leichten Entspannung bei den Finanzierungsbedingungen trägt auch die Preisentwicklung zur Beruhigung des Marktes bei. Zwar steigen die nominalen Preise für Gebrauchtwagen weiter an. Laut einem Bericht der Online-Plattform Sahibinden.com liegt der Durchschnittspreis aktuell bei 1,15 Millionen Türkischen Lira (umgerechnet etwa 32.000 Euro), was einem nominalen Plus von 22,9 Prozent binnen Jahresfrist entspricht.

Inflationsbereinigt ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Der reale Preisindex fiel im Januar im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent und liegt mittlerweile 5,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. „Die Verbraucher achten wieder verstärkt auf ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis“, so Yalçın. Die aktuelle Dynamik speist sich aus einer gesunden Nachfrage und nicht aus Panikkäufen.

Inklusive Motorrädern sowie leichter und schwerer Nutzfahrzeuge wurden im Januar insgesamt rund 827 600 Einheiten auf dem Zweitmarkt umgesetzt, was einem Zuwachs von 1,79 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Experten werten den Jahresauftakt als Zeichen für einen stabilen und weniger volatilen Marktverlauf im weiteren Jahresverlauf 2026.