Die türkische Leistungsbilanz hat im Juli einen Überschuss von 36 Millionen US-Dollar verzeichnet. Es ist der erste positive Saldo seit Oktober 2025. Ohne Gold und Energie fiel der Überschuss mit knapp 5 Milliarden Dollar deutlich höher aus.
Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlungsbilanzdaten der türkischen Zentralbank (TCMB) belief sich der Überschuss der Leistungsbilanz im Juli auf 36 Millionen Dollar. In der um Gold und Energie bereinigten Leistungsbilanz wurde ein Überschuss von 4,972 Milliarden Dollar erzielt.
Das Außenhandelsdefizit nach Zahlungsbilanzdefinition lag im Juli bei 5,579 Milliarden Dollar. Auf Jahresbasis ergibt sich für die Leistungsbilanz dagegen weiterhin ein Defizit von rund 40,7 Milliarden Dollar. Das Außenhandelsdefizit belief sich demnach auf 77,2 Milliarden Dollar.
Şimşek: Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken
Finanz- und Finanzminister Mehmet Şimşek erklärte zu den Zahlen, türkische Exporteure behaupteten sich trotz zunehmender Unsicherheiten im Welthandel und steigender Kostenbelastungen auf den globalen Märkten.
Dazu trügen eine größere Produkt- und Marktvielfalt, eine starke Produktionsinfrastruktur und die Fähigkeit bei, sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen. Auch die widerstandsfähige Entwicklung der Dienstleistungsexporte unterstütze die außenwirtschaftliche Bilanz.
Şimşek kündigte an, die Regierung werde weitere Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure ergreifen und den strukturellen Wandel hin zu einer stärker auf hochtechnologische und wertschöpfungsintensive Produktion ausgerichteten Wirtschaft fortsetzen.
Damit solle die Wettbewerbsfähigkeit der Türkei angesichts der Veränderungen im Welthandel und geopolitischer Entwicklungen weiter gestärkt und zugleich die Sicherheit der Lieferketten verbessert werden.